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Volvo Amazon/P1800 – Torsionsspiel Hinterachse, Getriebe und Kupplung?

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Hallo zusammen,

beim Lastwechsel von Zug nach Schub oder andersherum bekomme ich immer mal wieder Schläge von dem Antriebsstrang. Im Grunde nichts wildes aber ich wollte mal von euch wissen wieviel Spiel euer Antriebsstrang so hat bzw. was ihr von meinen Aufnahmen haltet.

Dazu habe ich zwei Videos erstellt, bewegt wird die Kardanwelle von Hand:
Video 1: Handbremse voll angezogen, Getriebe im Leerlauf = Spiel Hinterachse
Spiel Hinterachse

Video 2: Keine Handbremse, Räder in der Luft und Gang 4 eingelegt = Spiel Getriebe, Kupplung
Spiel Getriebe und Kupplung

Das Spiel in der Kardanwelle (Kreuzgelenke und Zwischensteckung) ist fast nicht spürbar.
Als Getriebe habe ich das J Overdrive.
Es ist erkennbar das die Hinterachse einiges an Spiel hat. Kommt das von den Kegelräder und Verzahnungen der Antriebswellen?

Wäre toll einen Vergleich zu haben.

Grüße
Thomas
Editiert am Sun 18. Apr. 2021, 21:54:06 von Ram99

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Keiner nene Amazon/P1800 auf der Hebebühne

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Hallo Thomas,

ich würde sagen, dass das schon sehr viel Spiel ist. Wenn Du den Deckel am Diff abnimmst, wirst Du sehen wo das Spiel ist. Ich nehme an, es sind die Achsen der Ausgleichsräder.

Aber unkritisch und kannst es auf den nächsten Winter schieben.

VG, Jürgen
Editiert am Mon 19. Apr. 2021, 8:16:12 von Schrauber MUC

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Hallo Jürgen,

danke für deine Antwort.
Inzwischen habe ich jedes sich drehende Teil von meinem 67er Amazon in der Hand gehalten bzw. überholt. Motor, Getriebe, Lenkgetriebe und jetzt kommt eventuell die Hinterachse dazu Ich dachte immer die Teile halten ewig wenn die Motorleistung < 125 Ps bleibt. Bis auf einen Ölwechsel und Hals-Simmering habe ich an der Achse noch nichts gemacht.

Mein Problem ist, dass ich von 2XSU HIF6 auf eine Megasquirt MS2 Einspritzanlage umgebaut habe. Die läuft inzwischen auch echt gut allerdings bekomme ich beim sehr schnellen betätigen der Drosselklappe ein Drehzahlschwanken (kurzes Aufschaukeln) auf das Fahrzeug. Dasselbe wenn ich schlagartig die Drosselklappe zufallen lasse. Bemerkbar ist es primär in Gang 1 und 2. In der MS2 kann ich über Kennlinien die Beschleunigungsanreicherung einstellen (wie eine flexible Beschleunigerpumpe am Vergaser). Die Kennlinien sind aber inzwischen gut abgestimmt weshalb ich das als Fehler mal ausschließe. Selbst bei alten Data-Logs mit den Vergasern (ich habe die ganzen Sensoren schon längers im Fahrzeug) sehe ich das Schwanken wenn auch nicht so stark. Die HIF6 (Gleichdruckvergaser) sind aber natürlich mit den trägen Kolben nicht vergleichbar wie wenn ich die Drosselklappe schlagartig öffne. Die Lastanforderung bei den HIF6 wird viel sanfter an den Motor gegeben. Mit Weber DCOE Vergaser dürfte es sich vermutlich eher wie bei der Einspritzung verhalten.
Wenn ich normal Gas gebe spüre ich nur manchmal ein leichtes schauckeln.

Naja, zurück zur Achse:
Bei der Fehlersuche bin ich jedenfalls am Antriebsstrang angekommen. Zuviel Spiel könnte dieses Schauckeln vielleicht verursachen. Interessant wäre das Verdrehspiel bei einer IO Achse. Ich bilde mir auch ein das die Achse leichte Straßenbahngeräuche während der Fahrt macht. Diese sind aber nicht immer zu hören.
Über die Forumssuche konnte ich einige Artikel finden welche sich mit der Hinterachse beschäftigt. Dort endet es fast immer in einer gebrauchten Austauschachse oder Überholung. Für mich ist es momentan erstmal wichtig herauszufinden ob das Schaukeln von der Achse kommen kann oder ich woanders suchen muss. Ich finde das Verdrehspiel aber auch heftig. Bei meinem W124 ist das deutlich weniger.

Grüße
Thomas

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Hallo Thomas,

Hmmm die MS ist bei mir auch noch so was auf der Wunschliste ...

Ich habe gerade einen P1800 auf der Bühne, bei dem die HA neu gemacht wurde. Da ist das Spiel Null. Ich kann den Eingangsflansch bei angezogener Handbremse nicht bewegen. Kardanwelle ist gerade keine drin.
Andererseits kenne ich Achsen, die etwa halb so viel Spiel wie Deine haben und noch ruhig und problemlos laufen.

Zu Deinem Problem mit dem Aufschaukeln:
Die Achse hat da sicher eine Auswirkung, das Spiel verstärkt die Schwingung. Ich denke aber, es ist nicht die (Haupt-) Ursache. Hast Du E-Gas oder noch eine DK die mechanisch mit dem Pedal verbunden ist? Gestänge oder Seilzug? Motorlager neu? Hast Du mal versucht, den Motor seitlich gegen Kippen abzustützen?

Viele Grüße,
Jürgen

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Hallo Jürgen,

ja die Megasquirt ist ne coole Sache. Mir macht es mega Spaß damit zu arbeiten. Die Möglichkeiten sind echt cool und die Community dahinter ist riesig.
Lass es mich wissen, wenn du ein Projekt mit der Megasquirt startest. Dann setzen wir uns zusammen und ich kann ein paar B20 spezifische Erfahrungen erklären. Die D-Jet Komponenten sind etwas speziell bezüglich Megasquirt!
Meinen Thread kennst du eventuell:

Umbau Amazon auf B20E Megasquirt

Ich habe etliche Stunden an Lehrgeld bezahlt. Zeitweise war es auch echt frustrierend aber dann löst man doch irgendwann die Probleme und es geht weiter. Mit etwas Hilfe am Anfang wäre es aber deutlich flüssiger gelaufen.

Meine Drosselklappe hängt am Gaspedal über Zug und Gestänge - siehe MS Thraed. Über den TPS (Drosselklappen Poti) sehe ich das die Klappe ruhig ist. Auch die Pulsweite der Düsen zappelt nicht und spritzt konstant ein.
Die Motorlager sind neu. Den Motor habe ich erst vor 6Tkm neu gemacht. Der Getriebebock ist auch neu. Eine zusätzliche Motorabstützung habe ich nicht.

Du hast aber wahrscheinlich recht. Beim Beschleunigen habe ich ja ständig Kraftschluss und keinen Zug/Schubwechsel. Ich höre ja auch kein Klappern vom Antriebsstrang. Das Spiel der HA sollte in meinem Fall egal sein da ich konstant positives Drehmoment habe und keine Nulldurchgänge.
Nur beim Schub zu Zug Wechsel sollte das ne Rolle spielen.

Trotzdem mache ich mir jetzt Gedanken. Wenn eine überholte Achse 0 Spiel hat ist meine ja übel fertig. Das bedeutet dann wohl langsam mal nach Ersatz suchen....
Bei Gelegenheit nehme ich mal den Deckel ab und schau rein.

Hast du auch die Möglichkeit das Spiel vom Getriebe/Kardanflansch bis zur Kurbelwelle zu testen wie im Video 2 zu sehen ist?

Zur Info:
Hier siehst du noch ein Log-File Ausschnitt von der MS2. Die Drosselklappe öffnet von 0 bis 56% in 534ms. Ich befinde mich dort im ersten Gang. In dem untersten Graph sieht man die Drehzahl und das schwanken während dem beschleunigen. So extrem ist es natürlich nicht immer und so bekloppt tritt man auch nicht aufs Gaspedal. In der Mitte siehst du den TPS (Drosselklappe) und Werte für die Beschleunigungsanreicherung. Ganz oben im Graph ist der AFR (Lambda), MAP (Saugrohrdruck) und die Pulsweite der Düsen zu sehen. PW 14,549 bedeutet 14,549ms Einspritzdauer pro Düse und Takt berechnet aus verschiedenen Parametern und Sensorwerten. Die Istwerte rechts in den Graphen ist bei der Position vom blauen Strich (277,235s). Alle Werte und Kurven kann ich nach belieben über Tabellen und Stützpunkte verändern. Über die MS2 kann ich ungefähr 40 Parameter während der fahrt loggen und Abends gemütlich am Rechner mit nem Bier in der Hand auswerten.

LogMs.png


Viele Grüße
Thomas
Editiert am Tue 20. Apr. 2021, 20:37:17 von Ram99

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Hallo Thomas,

auch die Kardanwelle ist normal spielfrei, da musst Du wohl demnächst ran.

Das Auswertetool der MS ist echt klasse. Die Anreicherung schwingt und die Einspritzzeit anfangs auch. Hast Du da einen Regelkreis der schwingen kann? Was machen die Zündwinkel?

VG, Jürgen

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Hallo Thomas!

Meine Meinung zu den beiden Filmchen?
Alles halb so schlimm oder ich kenne es nicht besser! Eine Achse wenig gelaufen wirst du nicht finden, alle haben mehrere 100000km runter.

@
Ich dachte immer die Teile halten ewig ....

Äußerung von ehemaligen Mitarbeitern von Volvo-Deutschland Dietzenbach. " Wenn eine Volvoachse jault, dann hält sie min. 200000km!"

@
Ich bilde mir auch ein das die Achse leichte Straßenbahngeräuche während der Fahrt macht. Diese sind aber nicht immer zu hören.

Freu dich über eine Achse die noch so leise ist!

@
Über die Forumssuche konnte ich einige Artikel finden welche sich mit der Hinterachse beschäftigt. Dort endet es fast immer in einer gebrauchten Austauschachse oder Überholung.

Und sicher auch Berichte von überholten und ausgetauschten Achsen und unzufriedenen Auftragsgebern/Besitzern, inklusive mir. Daher würde ich diese Achse erst mal weiter fahren!

@
Für mich ist es momentan erstmal wichtig herauszufinden ob das Schaukeln von der Achse kommen kann oder ich woanders suchen muss. Ich finde das Verdrehspiel aber auch heftig. Bei meinem W124 ist das deutlich weniger.

Wenn du eine starre Achse, eine uralte Konstruktion, mit der Achse deines W124 vergleichst, dann vergleichst du Äpfel mit Birnen. Das Differential des W124 ist wie bei jedem modernen Fahrzeug, wozu ich den 124er schon zähle, fest mit dem Fahrschemel oder am Unterboden verschraubt, hat mit der Führung, Federung usw. des Fahrzeugs nichts zu tun. Oder irre ich mich da? Fahr mal deinen Amazon über eine Grube, jemand sitzt im Fahrzeug, Motor läuft, Handbremse angezogen, der erste Gang ist eingelegt und der auf dem Fahrersitz lässt die Kupplung immer wieder ruckartig kommen, nur so viel dass sie voll greift aber der Motor nicht abstirbt. Wenn du in der Grube stehst wirst du sehen was die Achse für Sätze macht, sich innerhalb ihrer Aufhängung verwindet/verdreht, nach oben schlägt, auch wenn alles neu gelagert ist. Und mal ehrlich, vorne im Motorraum experimentierst du mit modernem Zeug und die brave alte Achse soll folgen? Also fahr die alte Achse erst mal weiter!

Meint Bernhard

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@Jürgen,

meine Kardanwelle ist okay. Die habe ich auf den großen Flansch umgebaut damit das J-Overdrive in den Amazon passt. In dem Zug habe ich auch die Kreuzgelenke getauscht. Die Steckverzahnung war noch sehr gut.

Das zweite Video ist vom Getriebe Ausgang gegen den Motor mit eingelegtem Gang. Dort ist auch ordentlich Spiel vorhanden. Ich glaube mich erinnern zu können, dass das M41 mit eingelegtem Gang nahezu spielfrei ist. Dann würde ja eigentlich nur die Verzahnung zur Kupplung übrig bleiben.

Entscheiden auf dem Graph ist der PW Wert welcher an die Düsen geht. Der Wert Acc. Enrichment ist die Kompensation vom schlagartigen öffnen der DK.
Ich habe die Werte schon verändert das PW kaum Veränderung macht aber das Resultat war dasselbe. Einen Closed-Loop Betrieb mit Regelungsparameter (PID) gibt es nur bei der Lambda Regelung welche momentan deaktiviert ist.
Alles andere läuft über Stützpunkte und Kennlinien.

Die Zündung läuft auch über die MSs. Auch dort habe ich testweise einen festen Zündwinkel von 15 v.OT eingestellt was an der Situation nicht wirklich was verändert hat.
Bei den nächsten Versuchen werde ich den Einspritzzeitpunkt verändern um Einfluss auf die Wandfilmbildung zu nehmen. Momentan spritze ich ein, wenn das Einlassventil gerade geschlossen hat. Der Sprit hat dann Zeit am heißen Ventil zu verdampfen. Damit wird das Gemisch homogener.
Leider komme ich gerade nicht zum testen da ein paar andere Baustellen aufgepoppt sind.



@Bernhard,
danke für deine Meinung. Inzwischen vermute ich, dass das Geschaukel nicht von der Achse kommt. Nur bei einem Zug/Schub Wechsel führt das Achsspiel zu Problemen nach meinem Verständnis. Ich habe aber schon Probleme wenn ich im Zug bin und dann das Pedal vollends durchtrete. Ich werde jedenfalls die Achse weiterfahren. Den Deckel mache ich irgendwann trotzdem auf um mir das Drama da drin anzuschauen.
Zur W124 Achse hast du recht. Das ist ein fest montiertes Differential welches über Antriebswellen mit den Rädern verbunden ist. Mit einer Starachse hat das nichts mehr zu tun.



@Weber und D-Jet Fahrer,
Ich bin noch nie den B20 mit Weber DCOE oder D-Jet gefahren. Wie reagiert denn der Motor wenn man das Gaspedal von nahezu null auf max. in minimaler Zeit durchtritt? Verschluckt sich der Motor kurz oder packt der das ohne husten bzw. eiernder Drehzahl?

Viele Grüße
Thomas

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Hallo Thomas,

nachdem meine Vergaser (45er DCOE auf B22) von Annette eingestellt wurden, ziehen die ohne Loch und Ruckeln beim voll Beschleunigen durch. Lediglich untertourig (unter 1300 UPM) kommt es gelegentlich zu kleinen Aussetzern.

Generell sollte der gesamte Antriebsstrang von der Kurbelwelle bis zum Hinterrad spielfrei sein. Ist er natürlich insbesondere nach ein paar 100000km nicht mehr. Und wie Bernhard schon sagt, auch eine ausgeschlagene Hinterachse läuft noch sehr lange. Es ist eine Frage des persönlichen Empfindens und des Fahrstiels. Je größer das Spiel und je härter der Wechsel zwischen Zug und Schub, umso stärker der Schlag auf die Zahnflanken im Differenzial und im Getriebe. Irgendwann platzt dann die gehärtete Oberfläche der Flanken und dann sind die Zahnräder hin.

Der Sprit hat dann Zeit am heißen Ventil zu verdampfen. Damit wird das Gemisch homogener. 

Der Sprit wird eigentlich nicht verdampft oder verdunstet, er wird zerstäubt. Es entsteht eine gasförmige Gemischwolke. Je feiner, umso besser. Umgangssprachlich spricht man dann vom verdampfen. Homogener wird es durch die Engstelle am Ventil, Verwirbelung im Zylinder und der Quetschkante im Brennraum. Üblicherweise spritzt man etwas vorgelagert auf das sich öffnende Einlassventil. Wandfilm ist eher unerwünscht, weil die Menge sich nicht so genau bestimmen lässt (was mitgerissen wird und was kleben bleibt) und dann die Abgaswerte schlechte werden. Aber das ist hier nicht ganz so wichtig...

KS aus!

VG, Jürgen
Editiert am Thu 22. Apr. 2021, 9:12:09 von Schrauber MUC

Gets Around
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Hallo Leute!

Jetzt bin ich gerade auf diesen Thread aufmerksam geworden und etwas verwirrt.
Beim Duett habe ich dieses Kardanspiel schon etwas länger und sogar etwas stärker als in dem hier gezeigten Video..
Die Jungs aus Duisburg hatten dazu gesagt, das sei beim PV normal, konstruktionsbedingt und unbedenklich. Diese Aussage habe ich nicht weiter hinterfragt und vermutet, dass ist einfach das "Leerspiel" im Getriebe bzw. Differential. Ist das tatsächlich so, dass der PV noch mal ne andere Baustelle zum Amazon/P1800 ist? Ich habe beim Lastwechsel auch ein deutlich hör- und spürbaren Übergang, denn ich durch sanftes Beschleunigen ausgleiche. Auch die "Straßenbahngeräusche" sind mir nicht fremd. Oder sollte ich mir das irgendwann auch mal anschauen...?
Wir würde man den Antriebsstrang denn fachgerecht erneuern, wenn Neuteile offensichtlich nicht zur Verfügung stehen?

Viele Grüße
Georg
Editiert am Thu 22. Apr. 2021, 13:06:53 von Georg 95

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Hallo Georg,

wenn Du Deinen Duett serienmäßig hast und keine Probleme mit dem Fahrverhalten hast, musst Du auch erst einmal nichts tun.

Thomas hat einiges modifiziert und sucht die Ursache für sein Schwingungsproblem.

Viele Grüße,
Jürgen

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Quote:Schrauber MUC 22. Apr., 8:19
Hallo Thomas,

nachdem meine Vergaser (45er DCOE auf B22) von Annette eingestellt wurden, ziehen die ohne Loch und Ruckeln beim voll Beschleunigen durch. Lediglich untertourig (unter 1300 UPM) kommt es gelegentlich zu kleinen Aussetzern.

Generell sollte der gesamte Antriebsstrang von der Kurbelwelle bis zum Hinterrad spielfrei sein. Ist er natürlich insbesondere nach ein paar 100000km nicht mehr. Und wie Bernhard schon sagt, auch eine ausgeschlagene Hinterachse läuft noch sehr lange. Es ist eine Frage des persönlichen Empfindens und des Fahrstiels. Je größer das Spiel und je härter der Wechsel zwischen Zug und Schub, umso stärker der Schlag auf die Zahnflanken im Differenzial und im Getriebe. Irgendwann platzt dann die gehärtete Oberfläche der Flanken und dann sind die Zahnräder hin.

Der Sprit hat dann Zeit am heißen Ventil zu verdampfen. Damit wird das Gemisch homogener. 

Der Sprit wird eigentlich nicht verdampft oder verdunstet, er wird zerstäubt. Es entsteht eine gasförmige Gemischwolke. Je feiner, umso besser. Umgangssprachlich spricht man dann vom verdampfen. Homogener wird es durch die Engstelle am Ventil, Verwirbelung im Zylinder und der Quetschkante im Brennraum. Üblicherweise spritzt man etwas vorgelagert auf das sich öffnende Einlassventil. Wandfilm ist eher unerwünscht, weil die Menge sich nicht so genau bestimmen lässt (was mitgerissen wird und was kleben bleibt) und dann die Abgaswerte schlechte werden. Aber das ist hier nicht ganz so wichtig...

KS aus!

VG, Jürgen



Hi,

zu dem Einspritzzeitpunkt gibt es alle möglichen Theorien. Am Ende muss man schauen wie der Motor am besten läuft und dabei spielt der Einspritzzeitpunkt eine entscheidende Rolle vorallem bei niedrigen Drehzahlen. Bei hohen Drehzahlen und Last spielt das dann nicht wirklich mehr eine Rolle da der Injektor 70-80% eines Arbeitszyklus (4 Takte) offen ist. Manche fahren bei Volllast mit 100% DutyCycle was bedeutet, dass der Injektor immer offen ist. Gut tut das dem natürlich nicht. Der Sollwert liegt bei 80% Duty@Volllast. Dementsprechend muss man die passenden Ventile wählen.
Was aber absoluter Mist ist, ist ins offene Einlassventil zu spritzen. Vielleicht klappt das bei modernen Motoren aber nicht beim B20. Diese Meinung vertreten auch recht viele im Megasquirt Forum mit ihren Motoren aus den 80er und 90er Jahre.
Viele Empfehlen folgendes Vorgehen: Den Einspritztrigger so zu wählen das die fetteste Verbrennung bei gleicher Einspritzdauer herauskommt. Tatsächlich ist das bei mir wenn ich das Gemisch maximal vorlagere. Gehe ich näher an den Öffnungszeitpunkt vom Ventil wird das Gemisch magerer und ich müsste mehr einspritzen. Es bedeutet natürlich nicht, dass dieser Punkt für den Motorlauf optimal ist. Dort muss ich noch ein wenig spielen. Inzwischen bin ich definitiv beim Feintuning wo ich auch Dinge spüre welche ich letzten Sommer nicht bemerkt hätte.

Das Ruckeln kommt bei mir auch nur, wenn ich bei Drehzahlen kleine 2000 Rpm das Pedal mit maximaler Geschwindigkeit durchtrete. Mich würde mal interessieren, wie gut die D-Jetronic das hinbekommen hat.

Zum Wandfilm: Kein Mensch will den haben aber vorhanden ist er trotzdem und muss bei der Beschleunigungsanreicherung mitberücksichtigt werden. Gerade bei niedrigen Drehzahlen und hohen MAP Werten (DK offen) bildet sich schnell ein Wandfilm.
Die MS2 ist recht mächtig was das Thema angeht. Ich verwende nur die einfache bzw. konventionelle Beschleunigungsanreicherung. Es gibt dann noch die erweiterte Beschleunigungsanreicherung welche auf mathematischen Modellen mitläuft und Stand der Technik ist. Diese geht auf ein Patent von Toyota zurück und kennt immer den momentan vorhanden Wandfilm. Diese aber einzustellen ist V2.0 und 80% der MS2 Community bleibt bei der einfachen. In der regelt ist diese auch ausreichend.
Hier die Erklärung der zwei Methoden und das Phänomen Wandfilm: Klick mich

Nächstes Woche Fr.- Sa. habe ich die Möglichkeit 300 km durch die Pampa zu fahren. Dort werde ich weiter an den Parametern optimieren und euch updaten.

Grüße
Thomas
Editiert am Fri 23. Apr. 2021, 8:28:26 von Ram99

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Hallo!

Ich verfolge das mit großem Interesse! Auch lese ich immer ein paar Tage später was ich so geschrieben habe um eventuelle Fehler zu entdecken, so wie hier.

@
Ich dachte immer die Teile halten ewig ....

Äußerung von ehemaligen Mitarbeitern von Volvo-Deutschland Dietzenbach. " Wenn eine Volvoachse jault, dann hält sie min. 200000km!"

Richtig wäre: " Wenn eine Volvoachse jault, dann hält sie min. !!noch!! 200000km!"
Also wenn eine Achse schon mehrere 100000km gelaufen ist und Geräusche macht, dann hält sie min. noch weitere 200000km. Das trifft eigentlich auf alle starre Achsen zu, egal von welcher Marke!

Woher kannte ich und kenne ich immer noch ehemalige Volvo-Mitarbeiter? Dietzenbach liegt im Kreis Offenbach, gehört zum Rhein-Main-Gebiet so wie meine Heimatstadt das linksrheinische Mainz. Als 1984 der Volvooldi-Stammtisch Rhein-Main gegründet wurde saßen diese Leute mit am Tisch und von diesen kam dieser Spruch!

Ansonsten weiter so

Bernhard

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Hi Bernhard,

das ist ja was mich so wundert. Ich habe mehrfach gelesen, dass ein Verschleißpunkt der Achsen die Zahneingriffe vom Teller und Kegelrad sind. Wird aber bei Schrägverzahnungen die Geometrie (durch z.b. Verschleiß) verändert, wird dieser sehr laut. Zu mindestens glaube ich das und habe auch schon meine Erfahrungen damit gesammelt. Meine Achse ist allerdings noch sehr leise und eigentlich nur bei geringem Moment zu hören. Trotzdem ist das Spiel enorm. Eventuell sind die kleinen Kegelräder im Korb oder die Wellen ausgenudelt. Ich muss da echt mal reinschauen schon allein um die Neugier zu befriedigen

Grüße
Thomas

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So, ich habe die letzten zwei Wochen einiges an Kilometer runtergeschruppt.
Ich denke das ich bezüglich Beschleunigungsanreicherung und AFR Table gute Werte gefunden habe. Zum Teil habe ich Eingangswerte wie MAP und RPM gefiltert und eine Mittelwertbildung über mehrere Eingangssignale gebildet. Dadurch reagiert die Steuerung etwas träger.
Das Einspritzende habe ich jetzt auf 20° KW vor öffnen der Einlassventile gesetzt. Damit reagiert die Beschleunigungsanreicherung etwas besser auch wenn ich minimal mehr Einspritzen muss als wenn ich maximal vorlagere. Die MS berechnet den Einspritzbeginn so, dass das Ende des Einspritzvorgangs an dem gewünschten Punkt liegt. Alternativ kann natürlich auch der Start der Einspritzung vorgeben werden. Dadurch verschiebt sich dann aber das Ende je nach Last und Drehzahl.

Das Ruckeln ist etwas besser geworden. Inzwischen bin ich aber doch wieder der Meinung das es an der Hinterachse liegt. Ich habe es nochmals genau analysiert. Besonders schlimm ist es Berg ab von Schub nach Zug. Berg auf von Schub nach Zug ist es deutlich weniger. Wenn das Fahrzeug schon deutlich im Zugbetrieb ist habe ich überhaupt keine Probleme.
Auf dem Bild kann man sehen was passiert, wenn ich bei 2500 Rpm vom Gas gehe und wieder Gas gebe. Die Drehzahlschlenker kommen meiner Meinung nach vom Spiel im Antriebsstrang. Im ersten und zweiten Gang ist es schlimmer als in den höheren Gängen was sich mit dem Spiel im Antriebsstrang decken würde. Die hohe Übersetzung wirkt sich auf die Motordrehzahl stärker aus.

Tps Rpm.png


Ich fahr den Volvo jetzt erstmal so wie er ist. Im normalen Betrieb fährt sich das Fahrzeug auch sehr schön und nach Monaten des tunings reagiere ich auch auf jede Kleinigkeit die sonst nicht auffallen würde. Es ist eben nur wenn ich in den ersten zwei Gängen vom Schub mit max. Gaspedalbeschleunigung in Vollgas Wechsel.
Demnächst mache ich trotzdem von der Hinterachse den Deckel auf und überprüfe woher das Spiel kommt…..

Grüße
Thomas
Editiert am Mon 10. May. 2021, 7:07:42 von Ram99


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