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Er ist zurück - Die Geschichte einer etwas umfassenderen Restaurierung

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Forum Vet
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N'Abend Kollegen,

Dieses Jahr gab es für mich ein besonderes "Weihnachtsgeschenk". Mein 1800ES kam in der Woche vor Weihnachten nach gut 3 Jahren Abstinenz wieder nach Hause...Das Salz im Süden der Republik macht das Erproben zwar gerade eher schwierig, zur Zeit geniesse ich also eher kleinere Feinarbeiten am Wagen

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Der ein oder Andere mag sich erinnern, dass wir mit Kind und Kegel für 2,5 Jahre beruflich in Südostasien waren. Kurz für Abflug habe ich die Kiste damals bei den Brüdern in Duisburg abgegeben, sozusagen als "Geschenk" für unsere Rückkehr. Den Wagen hab ich seit mehr als 20 Jahren, immer wenn ich Geld übrig hatte, teilrestauriert und verbessert. In der Zeit kamen 140TKM durch Europa zusammen, am Anfang mehr.... mit Ehe und Kindern eher weniger . Mit der Zeit arbeiteten auch die diversen Lackschichten der Vorbesitzer (vor allem die Amerikanischen) und es stellte sich die Frage "schnell und hurtig" oder "einmal richtig" mit all den Verbesserungen, die ich für die kommende Nutzung als "Reise- und Urlaubswagen" wollte. Als Rallye-/Ori-Auto dient mittlerweile ein TR3, der auch in einer besseren Altersklasse antritt

Ursprünglich wollte ich die Vollrestaurierung selber machen (weil ich wenigen Betrieben traue) und hatte seit einigen Jahren alle Teile gehortet, die ich brauchen könnte (inkl. einem originalen Dachgepäcktrager, den ich aber vor Grauen 32 Löcher ins Dach zu bohren doch nicht montiert habe) . Nachdem ich den TR3 selbst voll restauriert hatte (dauerte noch länger ....) habe ich akzeptiert, dass zwei kleinen Kids, Auslandseinsatz und ein eher absorbierender Job irgendwie nicht zusammenpassen.....und habe meine Kiste dann Peer Buttkereit überlassen, dem Einzigen dem ich entsprechend vertraue

In den kommenden Wochen, werde ich die wesentlichen Schritte der Restaurierung einstellen und vor allem auf die "Sonderlösungen" an der Kiste eingehen, die aus meiner Sicht das Auto zum perfekten Reise- und Urlaubsauto - sprich einem echten Grand Tourisme - machen. Und für die Gunvors unter uns, von Aussen (abgesehen vom schwarzen Lack), sieht er sehr original aus und die Optimierungen sind alle epochengerecht bzw. wären in der Epoche machbar gewesen, hätte Volvo einen echten GT bauen wollen

In dem Sinne, bis die Tage
Oliver
Editiert am Mon 25. Dec. 2017, 23:14:06 von POW40

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hallo oliver,

das freut mich aber für dich! wie du ja weißt, kann ich deine lange zwangsabsrinez gut nachvollziehen. genieße erst mal die feinarbeiten, und halte uns unbedingt auf dem aufenden.

viel spaß und viele grüße aus kiel,
sören

Gets Around
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Glückwunsch zu diesem Weihnachtsgeschenk! Gern mehr Details

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N’Abend Kollegen,

...um den Spannungsbogen noch etwas zu strapazieren, fangen wir mal mit der Geschichte meines Projektes

Die Ausgangsbasis meiner Kiste sah im Sommer 2014 wie folgt aus. Aus 5 Meter Entfernung alles soweit gut, dass der ein oder andere Kollege bereits fragte, warum ich überhaupt Hand anlegen will....oder in diesem Fall „anlegen lassen will“.....

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Wie so oft, liegt der Teufel im Detail und der Nähe. Aus 2m Entfernung sah man den Lack oder besser die diversen Lackschichten auf dem gesamten Vorderwagen und Dach arbeiteten. Im wahrsten Sinne des Wortes kam die "Geschichte" des Wagens "hoch“.

Die Geschichte beginnt am 1.09.1972 mit Diane A. Gooder, die in Santa Monica selbigen Wagen bei Volvo Kramer Motors für recht üppige 5265$ erwirbt. Trotz Google habe ich leider keinerlei Bilder oder Daten von Ihr gefunden, denn ich wäre schon neugierig gewesen, welche Frau sich damals für das Geld einen P1800ES kauft Für das gleiche Geld hätte Diane locker auch einen 911T fahren können Das Einfahr-Intervall hat sie auch nicht sonderlich genau genommen, zumindest erfolgte die 1500Meilen Einfahr-Inspektion erst bei 2133 Meilen.....

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Was mich an alten Rechnungen immer wieder amüsiert ist, was dort als „erwähnenswerte“ Posten aufgeführt werden, etwa die 55A Lima und die elektrischen Wischer Interessant ist auch die „fold-down rear seat, underfloor storage“, nichts anderes als das Reserverad-Fach und das „Fach“ das entsteht, wenn man die Rückbank umlegt......

Diane hatte nicht so richtig viel Glück mit dem Wagen, sondern recht viele Werkstatt-Aufenthalte in den ersten 2 Jahren, in der typische 1800ES Probleme behoben wurden, wie etwa die sich gern los-vibrierende Klima-Halterung im Motorraum, oder etwa auch eines sich losschlagenden Kardans, der den Getriebetunnel nett „ausbeulte“....

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Im November 1975 verkauft sie den Wagen weiter an Bobby Paul Grant. Mit Bobby "zieht“ der Wagen zunächst nach Culver City, dann nach LA und schließlich zurück nach Santa Monica. Bis 1982 habe ich vermutlich alle Rechnungen des Wagens, dann „verliert“ sich die Spur bis dieser 1992 von meinem deutschen Vorbesitzer aus den USA nach Hannover importiert wurde. Da in den vorhanden Rechnungen keine Karosserie-Reparaturen zu finden sind, vermute ich, hat der Wagen seine schwarze Farbe ebenso wie seinen Front-Unfall auf der Fahrerseite in diesen 10 "dunkeln USA Jahren“ bekommen, genauso wie durchlaufende Boots-Zierleisten, statt der Original-Chromleisten, die nur bis zum hinteren Radlauf gehen. Die hässlichen Blinker-Seiten-"Warzen“ waren ja Serie, dank der USA-Bestimmungen. Woher die Pistolen-Patronen im Wachs des Kofferaumbodens stammten, weiss vermutlich nur Gott oder ein republikanischer US-Amerikaner....

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Damit sind wir wieder beim „Hochkommen“ der Historie. Der Unfallschaden wurde US-typisch mit viel Spachtel und wenig Spengler-Fähigkeit korrigiert, wie ich dann später im Rahmen der Teilrestaurierung in 2001 feststellen durfte. Und ja, hätte ich damals beim Kauf einen Magneten dabei gehabt, hätte ich den 1cm Spachtel auf dem linken vorderen Kotflügel leicht finden können......aber ich war jung und unerfahren...

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Der deutsche Vorbesitzer – ein Rechtsanwalt und später im Vorstand einer Versicherung – führte Reparaturen eher nach der Logik "Hauptsache sieht gut aus“ als ordentlich durch. So kamen mit der Zeit die üblichen – nicht nur amerikanischen - Sünden hoch wie Rost im Heckscheibenrahmen, unter den seitlichen hinteren Fensterleisten, faule Türpappen dank fehlender Folien in Türen, viel Unterbodenschutz usw. usw. Die Werkstatt des Rechtsanwalts hatte zudem wohl ihre liebe Mühe mit der Einspritzanlage und bekam diese nicht in den Griff. Es wurden dann SU-Vergaser"lieblos“ – sprich ohne weitere Anpassungen und Veränderungen auf den B20F geschraubt, zum Glück aber nicht dabei das Radhaus onduliert , was auch mal gern je nach Ansaugbrücke vorkommen kann. Der Vorbesitzer war glücklich, weil sie "gut klangen“. Wie sich herausstellte, war das Auto das Spielzeug seiner Frau (die sich in einem USA Urlaub 1992 darin verguckt hatte). Der Wagen wurde gekauft, nach Deutschland verschifft und umgerüstet, in der Folge aber kaum gefahren und irgendwann wurde verstanden, dass - wie 1972 schon die "Road & Track“ notierte - zum Fahren eines P1800 ES "herculian efforts“ nötig wären und damit für eine Frau kaum geeignet sei....

Kurioserweise ist mein Wagen nun aber bereits durch die Hände von zwei Frauen gegangen und auch meine Frau hat sichtlich Freunde mit ihm. Als kleine Anekdote am Rande, mein Sarg hat nach einer gemeinsamen Spritztour eine weitere Frau aus dem ARD-Abendprogramm "verführt“, sich in der Folge selbst einen roten Schneewittchensarg zuzulegen

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Mir war der Allgemein-Zustand zunächst recht, denn mit meinen Studenten-Mitteln und Eltern-Kredit war das Budget schmal und ich suchte einen bezahlbaren 1800ES, den ich mit der Zeit als "Rolling Restauration“ verbessern konnte. Und was man gern heute verdrängt, damals in 1997 ohne "mobile“, "autoscout“ und "google“ war das "Finden“ nur mit der Oldtimermarkt und Motorklassik noch deutlich mühsamer....
Editiert am Sun 31. Dec. 2017, 17:04:43 von POW40

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Mit den ersten Gehältern in Frankfurt und einer damals recht umtriebigen kleinen P1800ES Gruppe in der Stadt (die über die Zeit dem Forum hier leider verloren gegangen ist) kamen dann mehr und mehr Ideen, gemeinsame Eigenarbeiten sowie umfassendere Verbesserungen inkl. des B22 mit 45er Webern, anderem Fahrwerk und einer Teillackierung des Vorderwagens inkl. Motorraum der in den USA sehr gammelig schwarz übergeduscht war.....

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Geholfen hat damals auch, dass ich zu der Zeit beruflich viel in San Francisco war. Man fand auf den Schrottplätzen der Bay Area noch P1800 und so bin ich jedes Mal mit Ersatzteilen im Samsonite Koffer zurückgeflogen (Heute würde ich bei den Metallteilen im Gepäck und Handgepäck vermutlich verhaftet werden). Von dem Weißen 1800ES bei "East Bay Auto Dismantling“ in Hayward stammen etwa meine Seitenscheiben, Dreiecksfensterrahmen und Heckklappenscharniere.... Die Jungs dort haben mich anfangs eher schräg angeschaut, wenn ich im Anzug kam und anfing Teile an den Kisten abzuschrauben und in Samsonite Koffern zu verstauen...

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Bis zum Sommer 2014 kamen unterhaltsame 138.000km bei Wind und Wetter in Europa zusammen, vom VOR Meetings in Göteborg (hier mit "Seagreen“) bis nach Sizilien im Süden, Weinfesten mit Börnout oder auch Besuchen des Ford-Testtracks in Lommeln mit Phil1800, Ventilo und Küppi (der es schaffte, nach nur einer Runde aus dem Oval-Kurs verbannt zu werden....Respekt! )

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Womit wir also wieder beim "Hochkommen“ wären......

Trotz schwedischer Qualität (ich vermute viele andere Automarken hätten vorher das Handtuch geworfen), zollte der Sarg seiner Historie irgendwann Tribut. Die vermutlich 3 oder 4 Lackschichten auf dem Original Goldmetallic und die pragmatisch modellierten Spachtelmassen auf dem Kotflügel und - wie wir dann in der aktuellen Resto feststellten – auch auf dem Dach arbeiteten und die Anzahl und Größe der Lackrisse war zunehmend "unschön“. Der B22 und das OD-Getriebe haben meine "Sturm und Drang“-Jahre wilderer Nutzung auch nicht ohne Abnutzungen überstanden.

Mein Ziel war den Sarg nun einmal "richtig“ solide zu restaurieren und zwar so, dass er zu einem zuverlässigen Reisewagen für Urlaubstrips wird. Dabei sollte der "GT-Charakter" durch den B22 eher noch gestärkt werden, denn ab und an juckt es mich dann doch noch, er sollte die Kraft auch auf die Strasse bekommen und dennoch hinreichend Komfort mittels Klima und eine bessere Geräuschdämmung bieten (man wird halt älter)......Realistischer Weise war das durch mich selbst zeitlich nicht mehr zu stemmen. Schon die Eigen-Restaurierung des TR3 kostete mich mit Frau, Kids & Job “schlappe“ 7Jahre ...und so lange wollte ich dann doch nicht auf meinen Volvo verzichten...

Damit begann die 3jährige Restaurierung mit Peer und Kai Buttkereit in Duisburg, mit denen beiden mir das Projekt viel Spass gemacht hat......und den beiden wohl einen Folgeauftrag bringt, da ein Kumpel von mir sich zu seiner Pensionierung eine „Kopie“ meines Autos „schenken“ will......

...to be continued.....
Editiert am Sun 31. Dec. 2017, 15:07:45 von POW40

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Hey Olli,
das nenn ich mal eine charmante Historie ...
toll, dass Du uns teilhaben läßt ...

ich erkenne doch durchaus Parallelen zu meinem Werdegang ...
es fehlt nur der Schlüsselsatz
„Ich war jung und hatte das Geld“.

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In den vergangenen 20 Jahren hatte der Wagen an den P1800ES typischen Stellen wie dem Heckscheibenrahmen und den Bohrlöchern der hinteren seitlichen Fensterzierleisten zwar Rost gehabt, aber alles in erträglichem Masse. Rost-technisch war der Wagen eher „unauffällig“ gewesen, also einer der wenigen Vorteile seiner California-Historie und ich hatte den Wagen in 1997 direkt einmal richtig „durchgewachst“. Mit der Resto sollten - neben einem neuen, korrekten Lackaufbau - die bekannten, zuvor erwähnten lausigen Spengler-Arbeiten der Amis korrigiert werden. Mit dem linken Kotflügen und dessen Übergang in die Frontmaske, den „amerikanisch eingesetzten“ Schwellern, den Löchern der Blinker-Warzen schien mir der Karosserieaufwand an meinem Wagen überschaubar. Zumal ich zwei NOS Original Volvo Türen hatte, mit denen ich zumindest die Beifahrertür ersetzen wollte, die ich vor langer Zeit einmal verbeulte und damals nur eine neue Türhaut bekam. Einmal strahlen, die „paar“ genannten Arbeiten und ab zum Lackierer war meine Idee & Hoffnung auch mit Blick auf die Resto-Zeit und Kosten...

....bis ich von Peer einen Anruf bekam, dass es doch mehr zu tun gäbe.
Wir hätten zwar kein Rostproblem, aber ein „Beulen-Problem“ am Auto.......

Neben den bekannten „hochwertigen“ US-Spengler Arbeiten am Fahrerkotflügel vorn und den Schwellern (mit entsprechend „umfassender“ Spachteldicke), war auch das Dach mit einer dicken Spachtelschicht versehen (was man ganz gut am Übergang zum Heckscheibenscharnier sieht). Und ja, mir ist bewusst, hätte ich damals einen Magneten / Lackdickenmessgerät dabei gehabt.......Aber ich war jung und .....

Wie auch immer, nach dem partiellen Wegschleifen des Spachtels zeigten sich eine Reihe winzig kleiner Beulen im Dach. Keine Ahnung ob es in Kalifornien Hagel gibt, wäre mir aber neu. Aber wer weiß, was in den 10 dunklen US Jahren passierte......Zudem hatte der Wagen hinten links im Kotflügel wohl auch einen „Streifschuss“ beim Parken gehabt, der an sich nicht wild gewesen wäre, aber zu einem kleinen „Knick“ im hinteren Radlauf geführt hat, der ebenfalls kunstvoll und immerhin mehr als 20 Jahre haltend „ausmodelliert“ worden war.


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Schönes“ Bild welches die Dicke des „Lackaufbaus“ über die Jahre und Vorbesitzer zeigt......An der letzten Füller- und Lackschicht war ich in 2001 „schuld“, als die Positionswarzen und Löcher der langen, falschen Bootszierleisten entfernt wurden.

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Der Rest vom Wagen schien aber soweit ersichtlich und wie erwartet nicht sonderlich vom Rost befallen. Dennoch würden deutlich mehr Karosseriearbeits-Stunden anfallen, als erhofft.
Positiv gesehen, waren es aber immer noch deutlich weniger Stunden, als bei anderen oft vollkommen rostzerfressenen 1800er die bei den Brüdern Buttkereit in Behandlung sind.....So war mein Unterboden, Radläufe, A,-, B- und C-Säulen weitestgehend in Ordnung...

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Hier sieht man recht gut die originale Farbe „Goldmetallic“ und die Resultate der optischen Schändungen durch die Amerikaner: Das zu geschweisste Loch der Positions-Warzen sowie der Löcher für die verlängerte Bootszierleiste. Gute Nachricht, im Heck waren an Holmen und Blechen keine Verformungen oder Schweisspunkte zu finden, die auf einen Schuss von hinten hätten schließen lassen können.

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Dann ging es zum Wasserentlacken und der Frage, welche weiteren Überraschungen noch zu Tage treten werden......

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Quote:Volvomania 31. Dec., 15:51
...
es fehlt nur der Schlüsselsatz
„Ich war jung und hatte das Geld“....


Hätte ich mehr Geld gehabt, hätte ich hoffentlich einen besseren Wagen gekauft

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Quasi als "Weihnachtsgeschenk 2014" kam dass Auto vom Wasserentlacken zu den Duisburger Brüdern zurück. Ich konnte mir den Wagen - während eines kurzen Heimattrips" auch mal wieder live anschauen. In der Zeit schauten Peer und ich auch beim benachbarten Polsterer Warmsbach in Duisburg vorbei, um die Innenausstattung zu klären (dazu aber in einem späteren Thread mehr)....

Damit waren die ersten 4 knappen Monate der Restaurierung vorbei....und das Auto gerade mal nackig.......

Die gute Nachricht zur Karosserie, es sind keine wirklichen bösen, neuen Überraschungen zu Tage getreten. Der vordere rechte Kotflügel war in den USA mal recht lausig am Übergang zum Schweller vom Rost „befreit“ / instandgesetzt worden, sodass wir uns entschieden, das es im wahrste Sinne günstiger ist, direkt einen neuen Kotflügel zu nutzen. Wir hatten ohnehin geplant, die Frontkotflügel abzunehmen, um die vorderen Holme auf Rost und Beschädigungen zu kontrollieren. Selbige sind ja gern vom Rost befallen, wenn Wagen nicht frühzeitig mit Innenkotflügeln ausgestattet wurden. Und keiner weiß, was mit meinem Wagen in den „dunklen 10 dunklen Jahren“ in den USA passierte....


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In der Summe kristallisierten sich folgende wesentlichen Karosseriearbeiten heraus neben dem üblichen „Kleinkrams“:
- 2 neue Frontkotflügel einschweißen,
- Gebrauchte Frontmaske einschweißen (die hatte dank der lausigen Unfall-Reparatur in den USA doch etwas zu viel Rost)
- Die „übliche“ Batteriekasten-Reparatur
- Neuer Kotflügel hinten links
- Schweller neu einpassen
- "Dach-Dellchen“ ausbeulen
- Dichtungsrahmen Heckscheibe partiell erneuern
- Die rechte, hintere Endspitze war „angefressen“

Es summieren sich also die Karosseriebauer-Stunden ....

Aber wie schon gesagt, alles kann schlimmer sein. Als ich meine Kiste im Dezember in Duisburg abholte, stand beim Spengler ein 1800 Coupe, dessen untere 15cm der Karosserie quasi fehlten.....Kofferraumboden nachzubauen, Fußraum neu, Schweller neu, alle Kotflügel neu.....würde mal schätzen, dass da locker über 300h reingehen werden.....

Aber was ist die Quintessenz, Karosserieseitig ist es immer mehr als man dachte.....Hatte mich damals auch mal temporär gefragt, warum ich nicht einfach schnell und dreckig ein neues Lackkleid auf den Wagen geworfen habe.......Glücklicherweise waren wir zu dem Zeitpunkt aber schon am „Point of no return“ vorbei

Aus heutiger Sicht würde ich wieder Wasserentlacken. Die Folgeaufwände mit Saugen sind geringer (auch billiger, wenn ich mir vorstelle ich zahle eine Spengler für stundenlanges staubsaugen), es ist aber auch schonender fürs Blech.

Gruss Oliver


PS
Und damals began dann auch die Frage relevant zu werden, in welcher Farbe ich den Wagen wieder lackieren will....
- wieder in schwarz, so wie ich damals kaufte (aber eben keine Original Farbe)?
- in Gold Metallic und beiger Innenausstattung, so wie er gebaut wurde (also in "echter" California Farbkombination)?
- in Iceblue, der Farbe, die ich damals ursprünglich für meinen 1800ES wollte (und ich auf Treffen meinen Wagen zwischen all den Iceblue-Farbenen nicht mehr wiederfinde)?

....Ihr kennt ja bereits die Antwort vom ersten Bild. Damals war die "interne" Diskussion aber ganz spannend

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Hallo Oliver,
Toller Beitrag, es macht Spass deiner Resto so detailliert folgen zu können mit all den Bildern. Ich hoffe den Wagen dann auch mal wieder live zu sehen nachdem er 3 Jahre von der Bildfläche verschwunden war. Speziell gespannt bin ich auf eine Heckansicht des Wagens, speziell ein Bild der Heckklappe und des linken Heckklappenscharnieres würde mich interessieren ....

Grüsse Marco

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So es geht weiter mit der Karosserie......

Das „geduschte“ Auto, nachdem es sich uns kurze Zeit nackig präsentiert hat, mit den roten Reparatur-Markierungen. Die „Kreuze“ an den zu ersetzenden Bereiche haben irgendwie etwas von den Markierungen von zu fällenden Bäumen im Wald ....im konkreten Bild, sind wie zuvor bereits „gelistet“ die beiden linken Kotflügel fällig.

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Beim hinteren Kotflügel frage ich mich, ob da mal ein hirn-amputierter Ami reingeschossen hat .....oder es das Resultat des „talentierten Spenglers“ aus den USA war, als er den Parkrempler beheben wollte. Was auch immer es war, beides ist sehr "amerikanisch", um mal die Cliche-Kiste zu bedienen

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Als erstes kam die Frontmaske runter, dann die Frontkotflügel. Die Front-Holme sahen gut aus, zum Glück. Da sieht man bei 1800ern auch mal andere "Befälle“ bei Autos ohne Innenkotflügel ....

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Bei der Abnahme des Beifahrkotflügels kam auch wieder ein „rüde“ ins Blech geschlagenes Antennenloch eines meiner Vorbesitzer zum Vorschein.... Auf dem Kotflügel hatte ich das bei der ersten Teilresto bereits „korrigiert“. Ich frage mich immer, warum Leute so gerne Löcher in Ihre Karosserie bohren..

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In gewisser Weise ist das der Wendepunkt gewesen....ab jetzt wurden wieder „Dinge“ an das Auto montiert und nicht mehr demontiert oder weggeflext.....

Die NOS Beifahrertür, neue Kotflügel rechts und links, der hintere Kotflügel usw...

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Und mit jedem Schritt in Richtung Lackierung, wurde die Frage der Farbe drängender..........

Original war das Auto Gold.
Gekauft habe ich den Wagen in Schwarz.
Gewollt habe ich immer Iceblue.
Und der Minichamps 1800ES auf meinem Schreibtisch ist rot...

Dazu kamen nicht ganz irrelevante Aspekte wie die Tatsache, dass viele Lackierer bei schwarzen Autos weglaufen bzw. den Kopf schütteln.

Gold Metallic wäre halt original, für ein Museum auch eine coole Farbe (der 1800ES im Göteborger Museum ist passender Weise ebenfalls in Gold), aber jeden Tag draufschauen, hm?

Schwarz sehr aufwendig in der Lackierung und empfindlich, nicht original, hm?

Iceblue ist schön, aber da gefühlt irgendwie jeder Schneewittchensarg die Farbe hat, hm?

Mit der Zeit fand ich rot immer cooler......

Am Ende haben dann 20 Jahre Erinnerungen aus Urlauben, Ausfahrten und die Suche nach der richtigen Frau in einem SCHWARZEN Volvo den Ausschlag gegeben . Mein Volvo war schwarz und wird schwarz bleiben......Und im übrigen finde ich die Farbe an dem Auto schön, was ja auch hilft...

Gruss
Oliver

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Hallo Oliver!

Aus dem Teilemarktthread!

@ Wenn ich den Resto-Thread hier einfach einschlafen lassen würde, würde es vermutlich nur Sören,Jörg, Lothar und Marco auffallen...

Wer zwischen den Zeilen mit den Smilies ließt und mich kennt, weiß, dass ich das mit einer Prise Humor und Augenzwinkern geschrieben habe. Ich selbst nehme mich da in den letzten Wochen nicht aus!

Auch mir würde das auffallen Oliver und auf gar keine Fall einschlafen lassen! Ich finde die Geschichte klasse, auch ich erkenne Paralellen zu meinen Oldierlebnissen.

Auf dem ersten Foto ganz oben ist das deine Garage? Dunkler Boden, weiße Wände, Deckenleuchten, zwei edle Räder an der Wand, sehr fein! Und wenn man die Vorhänge aufzieht, kann man dann vom Wohnzimmer in die Garage sehen  ?

Schön dass du dich an die Olditreffs beim Winzer in Gundersheim erinnerst.
Mach weiter so!

Gruß Bernhard

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Moin,
@Oliver : deine Vermutung stimmt so garnicht, das könntest du aber auch an der Menge der Zugriffe ( über 600 ) sehen.
Ich verfolge das auch mit großem Interesse ( genau wie das Topchop Projekt aus HH ), aber es ist irgendwie auch nicht zielführend jedes mal zu schreiben wie begeistert man ist.
Ich erkenne mich bzw meine Zone sehr gut wieder in deiner Arbeit. Ich habe es selbst gemacht, hatte aber auch Zeit. 5,5 Jahre hat es trotzdem gedauert. Ich würde nicht nochmal eine Vollresto ( selber ) machen.
Ich habe damals ( 1988 ) einen bösen Fehler gemacht. Ich hatte ein ungefähres Budget und habe mir in D diverse Zonen angeschaut. Gute, schlechte, fast gute. Mittlerweile bin ich dier Meinung das ich von ca 10 stk die schlechteste genommen habe. Es gab eine sehr gut die war 2t DM zu teuer - hätte ich aber auch geschafft. Ich war zu geizig ( ?? ). In HH stand eine aus S importierte 123 GT für 6t DM - ich habe sie nicht genommen obwohl sie einen guten 3er Zustand hatte. Grund : außen grün und innen braun gefiel mir nicht Ich ärgere mich wirklich noch heute.
Mach bitte weiter - ich lese es gerne .

@ Bernhard: schon einige Male war ich am überlegen ob ich nach Essenheim komme. Zeitliche Probleme ( Arbeit ) und 800 km Entfernung zu einer Zeit wo hier in Dänemark noch strenger Winter ist ließen mich wieder davon abschweifen. Ja, es ist schade
Generell ist hier iim Forum nicht soooo viel los. Ich bin auch in anderen Foren wo deutlich mehr los ist, aber : was ist da los ? Zumeist unsinniges Gelabere, Hetzerein, politische Diskussionen ( sei es Flüchtlingskrise oder Trump ). Da kann man gut drauf verzichten.
Nebenbei : wieviele Leute schreiben denn hier relativ regelmäßig aktiv mit ? Habe den Überblick verloren.
In "meinem" Mercedesforum sind ca 2500 Leute registriert. Regelmäßig schreiben tun vielleicht 80 - 100 Leute. Ist wohl so.

Gruß
Roger

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Quote:Börnaut 5. Jan., 17:16
...
Auf dem ersten Foto ganz oben ist das deine Garage? Dunkler Boden, weiße Wände, Deckenleuchten, zwei edle Räder an der Wand, sehr fein! Und wenn man die Vorhänge aufzieht, kann man dann vom Wohnzimmer in die Garage sehen  ?......


Fast
.....man kann vom Haus-Flur aus in die Garage gucken, was aber nicht immer Vorteile hat, wenn man unter permanenter Aufsicht der Frau steht

Quote:Börnaut 5. Jan., 17:16
...
Schön dass du dich an die Olditreffs beim Winzer in Gundersheim erinnerst.
...


Ich erinner mich zum Glück mehr an Dich
Hätte ich gern weiter gepflegt....



Quote:RKV 5. Jan., 18:15
Moin,
@Oliver : deine Vermutung stimmt so garnicht, das könntest du aber auch an der Menge der Zugriffe ( über 600 ) sehen....


......stimmt schon oder es waren meine eigenen Zugriffe

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Moin Oliver,
nein bitte nicht einschlafen lassen! Sehr unterhaltsam und interessant, auch wenn es nicht jedes mal einen Kalauer gibt.....


Danke für die Dokumentation,
es grüsst der
Knut


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