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Volvo Duett mit P1800-Setup ?

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Moin!

Was Originalität betrifft war ich schon immer eher pragmatisch zu sagen, dass alle Umbauten zulässig sind, solange Sie A zeitgemäß und stilecht sind und B den Nutzen des Autos extrem aufwerten. (zusätzliches Radio, Dachträger, Anhängerkupplung, besseres Licht, besseres Anlassverhalten usw.)


Jetzt bin ich schon länger am Grübeln, was ich mache, wenn mein alter B16 Motor mit unbekannter Laufleistung irgendwann doch mal überholt werden muss. Einerseits werden B16- Volvos immer seltener, andererseits die Teile auch. Wenn der B16 Motor aufgearbeitet wird, wird es potentiell teuer werden und eine Weile dauern. Und wenn ein anderer Motor eingebaut würde, könnte man den B16er ja auch einlagern und irgendwann wieder einbauen. (besonders unter dem Gesichtspunkt der Nutzung als Tageswagen vielleicht sogar eine sinnvolle Sache, bezogen auf historische Verfügbarkeit von Teilen)

Einen B18 Tauschmotor könnte man zwar günstig und mit relativ wenig Arbeit einbauen, aber da stellt sich mir dann die Frage, ob ich es mir damit nicht ein bisschen Einfach mache, einen "nicht originalen Motor" einzubauen ohne danach einen Mehrwert zu bekommen, denn mit dem selben Getriebe und der selben Hinterachse machen die paar PS mehr ja keinen besonders großen Unterschied.

Also frei nach dem Motto "Wenn Umbau dann richtig".
Da hatte ich dann an den P1800 gedacht. Also, dass man nicht nur den B18, sondern auch Das Getriebe und die Hinterachsübersetzung aus dem P1800 übernimmt und dann gleich auch ein etwas schnelleres und ruhigeres Auto hat.(Overdrive)

Hat sowas ähnliches schonmal jemand gemacht und wäre sowas Tüv-fähig? Macht es überhaupt Sinn denn Duett zu beschleunigen bezogen auf das Fahrwerk, die Bremse und die Nutzbarkeit als Kombi?


Bin gespannt auf Eure Meinungen :-)

Viele Grüße
Georg
Editiert am Thu 25. Aug. 2022, 7:27:56 von Georg 95

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Moin Georg,
also ein Duett hat, wie du weißt, in den späteren Jahren bereits einen B18 - also so ganz unoriginal wäre das nur wegen des Baujahrs deines Duetts.

Mein Duett hatte bereits einen B18 und als ich den erwarb, war der Motor auf 2Liter aufgebohrt und mit Webern versehen - 115PS laut Papieren, normales M40, normale (kurze) Hinterachse.
Das Gefährt rennt nun wirklich ziemlich gut los und auf der Autobahn kann man auch mal sehr easy einen kurzen Zwischenspurt zum LKW überholen einlegen - macht Spaß ;-)
Aber die Weber erzeugen bereits bei 80km/h eine erhebliche Lautstärke und danach legt die Krawallkiste nochmal ordentlich zu (vor allem an Lautstärke) - bei ca. 150 km/h ist dann wegen er Motordrehzahl Schluss - Geräuschkulisse auf Dauer nicht auszuhalten.

Also was kann man dagegen tun?

Theoretisch das Einfachste wäre eine längere Hinterachse.. ..hier fällt plug'n'play leider aus, weil die Duett-HA wegen der Blattfedern eine eigene Bauform hat. Umbausätze von Buckel-Achsen soll es wohl mal gegeben haben - Amazon/P1800-Achsen fallen flach. Was natürlich geht ist die Duett-HA-Achse zum Überholen bringen und ein neues Übersetzungsverhältnis einbauen lassen.. ..Kostet natürlich etwas ;-) -> Übersetzungsverhältnis ändert sich um ca. 10% (4,5 -> 4,1)

Zweite Option ist ein Overdrive einzubauen.
Diese Variante führt gleich mal zu einem Umbau am Kardantunnel, weil der Duett-/Buckeltunnel zu schmal fürs Overdrive ist. D.h. Blecharbeiten sind unvermeidlich. Dazu kommen die nicht unerheblichen Kosten fürs Overdrivegetriebe (wobei das nicht ganz so begehrte D-Overdrive wohl ausreichend wäre).
Kürzen der Kardanwelle natürlich nicht vergessen. Aber das ist eher Kleinkram^^.
Dafür hast du dann quasi einen zusätzlichen 5. Gang mit ca. 20% erweitertem Übersetzungsverhältnis.
Da die kurze HA nach wie vor verbaut ist, hast du bzgl. Beladung/Anhängerbetrieb in den unteren Gängen keine Nachteile - bei einer längeren HA "könnte" das Anfahren etwas unangenehmer werden -> kann aber häufig durch die Mehrleistung der höheren Ausbaustufen des B18, bzw. B20 kompensiert werden.

Was bringt der "5." Gang? Meiner Meinung nach ziemlich viel. Mit meinem P1800 läuft es sich auf der Landstraße deutlich ruhiger, auf der Autobahn umsomehr..


Dann noch ein paar Worte zum Motor selbst:
Den B18 bekommst du ja von ca. 75PS bis ca. 100PS, wobei die minimale "P1800"-Mehrleistung nur durch eine andere (größerer Durchmesser) Auspuffanlage erreicht wird (also vernachlässigbar -> ein "Amazon-Setup" ist genauso gut ;-) )

Was dem Duett aus meiner Sicht besonders gut steht (insbesondere wegen des Mehrgewichts und weil es einfach kein Sportwagen ist), ist zusätzliches Drehmoment, weniger die Mehrleistung.
Wenn ich da dann auf mögliche "Amazon"-Setups schaue, dann findet sich da auch ein B20A und ein B20B mit 82PS, bzw. 100PS -> die Beiden sollten sehr gut mit einem Duett harmonieren und wären meine Empfehlung, unabhängig davon ob du zusätzlich die HA und/oder das Overdrive änderst.

Aus meiner Sicht bringt ein Motorumbau allein schon einiges. Ab höherem Landstraßen- und vor allem Autobahngeschwindigkeiten wäre ein 5ter Gang und/oder eine längere HA schön und wünschenswert, aber es wird definitiv gleich einiges mehr kosten.

Bzgl. TÜV.. ..tja, das ist halt immer eine Frage an wen man da dran kommt.
B18: gab es im Duett definitiv -> sollte eigentlich kein Problem machen
B20: gab es im Duett nicht, aber war seinerzeit "normales " Tuning und innerhalb 10 Jahren -> manche haben da etwas dagegen, manche nicht

Hinterachse: es gab eigentlich nur die kurze HA - aber der B18-Buckel ab 1961 hatte bereits eine lange HA. -> da dürfte eigentlich niemand etwas dagegen haben, von alleine sehen wird das wohl niemand.

Overdrive: gab es nie im Duett oder PV, aber sehr wohl ein paar Jahre später bei Amazon und P1800. Da ein Umbau am Tunnel notwendig ist, sehr offensichtlich. Manche könnte es bzgl. H-Kennzeichen stören. Bzgl. Festigkeit aber unproblematisch weil der Duett ja einen Rahmen hat und das Häuschen nicht selbsttragend ist.

Am Besten den Prüfer deiner Wahl vorher einbinden und fragen!


Viele Grüße, Thomas


PS: bzgl. Bremsen: Scheibenbremsumbau an der Vorderachse (und anpassen der HA-Trommel) dürfte sinnvoll sein und wird wahrscheinlich von einigen Prüfern gefordert!
Editiert am Thu 25. Aug. 2022, 10:28:06 von Mrtom

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Moin Thomas,

Vielen Dank für deine Einschätzungen :-)
Also gibt es da ja schon einige Möglichkeiten - Deine Ausführungen zum Thema Overdrive finde ich sehr interessant, nur das Kürzen der Kardanwelle würde mir Kopfschemerzen bereiten. Da hier sehr hohe Kräfte übertragen werden müssen die Schweißnähte entsprechend vernünftig sein, was das ganze bei einer Bearbeitung durch einen Profi wieder Teuer werden lässt. Den Tunnel vergrößern sehe ich wiederum als unproblematisch an. Haben die jeweiligen Hinterachsen nicht alle das Gleiche Differentialgehäuse, bzw. könnte man da nicht aus dem Differential einer Amazonen/P1800er Achse das Innenleben in die Duett Achse verfrachten wie beim PV?

Ansonsten werde ich schonmal für mich festhalten das ein B18/B20 Umbau mit OD überlegenswert ist und in die Richtung weiter denken.

Viele Grüße
Georg

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Servus,

und nicht vergessen, der B18 Motor benötigt den großen Kühler.
Also Frontmaske vom B18 und die passende Motorhaube brauchst auch noch.
Auch mag der B18 Motor keine 6V Bordspannung.

Gruß Fitzel

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Moin Georg,
das Kürzen der Kardanwelle machen heute noch viele Gelenkwellenbauer und das ist gar nicht mal soo teuer (vor allem in Bezug auf die restlichen Umbauten) - sollte auch vom Profi gemacht werden, damit die Welle auch gleich ausgewuchtet wird -> absolute Notwendigkeit! ;-) In dem Aufwasch natürlich auch gleich die Gelenke und das Mittellager wechseln (lassen).

Bzgl. Hinterachse: Das Innenleben des Differentials lässt sich leider nicht gar so einfach umbauen (Stichwort: weiten des Achskörpers) und braucht wohl auch Erfahrung insbesondere bzgl. Einstellung -> schau mal hier im Forum, da gibt es Infos im Wiki und in den Threads. Im Werkstatthandbuch steht dazu auch einiges.

Fritzels Hinweis bzgl. großem Kühler nach Motorumbau ist wichtig! -> wenn man sich den Frontmaskenumbau sparen möchte und nicht in den heißesten Gegenden fährt oder den Motor unter Dauerlast fährt, KÖNNTE auch ein 3-reihiger Kühler statt des 2-reihigen ausreichend sein. Könnte! Ansonsten muss man den von Fritzel angesprochenen Aufwand betreiben.

Viele Grüße,
Thomas

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Morgen Georg,
ich weiß ja nicht wie konkret deine Umbaupläne sind, aber ich habe momentan in meinem Amazon noch ein getriebe mit D Overdrive verbaut den ich irgendwann in Naherzukunft durch ein Getriebe mit J - Overdrive ersetzen möchte, da ich mittlerweile einen größeren Motor verbaut habe. Vielleicht besteht da ja Interesse bei dir.

Grüße Joshua
Editiert am Fri 26. Aug. 2022, 11:02:53 von Bodo14

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B16 Kühler
Den B18 kannst Du problemlos mit dem B16 Kühler betreiben, das mach ich schon lange ohne Überhitzung.
Die Geschichte mit dem Umbau hat hier mal einer in die Welt gesetzt und seitdem wird es immer wieder abgeschrieben.

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Hallo Georg,

das mit dem Kühler würde ich auch sehr entspannt sehen. In der Regel scheitert die Kühlung, meist in Verbindung mit Ablagerungen im System, nicht an der Kühleroberfläche, sondern am zu langsam laufenden Ventilator. Hier kann ein E-Lüfter helfen, aber ich fahre jetzt seit 9 Jahren Amazon und ich habe erst einmal im Stau bei heißem Wetter, durch Gasgeben die Lüfterdrehzahl erhöht.
Versuch macht kluch! Wenn Du Dein Auto mit kleinem Kühler und B 18 nur noch mit Wasserdampf kühlst, kannst Du immer noch einen anderen Kühler verbauen.
Es stellt sich auch die Frage, wann der Motor thermisch stark belastet ist. Wird dem Motor nähmlich viel Wärme zugeführt, also viel Benzin verbrannt, sollte auch bald eine Geschwindigkeit erreicht sein, die für ausreichend Kühlung sorgt.
Natürlich verhält es sich aber auch so, dass je kleiner das Kühlsystem ist, umso häufiger und auch weiter wird sich die Nadel vom Soll entfernen. Aber da wäre ich experimentierfreudig.
Ein Freund wollte neulich an einem modernen BMW eine Anhängerkupplung nachrüsten. Die von BMW wollten ihm allen Ernstes einen neuen Kühler dazu verbauen, was exorbitant hohe Kosten verursacht hätte. Man muss sich mal überlegen, wann der Motor mehr Wärme erzeugt: Ohne Anhänger bei 230 auf der Autobahn oder einmal in relativ kurzer Zeit mit etwas mehr Gewicht auf 80 beschleunigt und diese Geschwindigkeit gemächlich halten. Und Steigungsstrecken puffert das Kühlsystem auch mit Anhänger weg. Warscheinlich die einzige Möglichkeit am neuen Auto festzustellen, ob die Nadel der Kühlwassertemperaturanzeige auch mehr als das Soll anzeigen kann. Wenn jucken schon 5 ° mehr Kühlwassertemperatur, wenn es sich nach der Steigung wieder normalisiert.

Viele Grüße,
Moritz

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Hallo Georg,
ein Freund von mir fährt auch einen Duett mit B18 und dem kleineren B16 Kühler. Das funktioniert fast immer gut. Nur im Hängerbetrieb bei sehr hohen Temperaturen wirds dem guten etwas zu warm. Wie schon erwähnt, kann man da aber schon zusätzlich noch einiges tun. Zb. den Kühler beim Kühlerbauer auf ein dreireihiges, bzw. ein Hochleistungs oder Tropennetz umrüsten lassen.
Ich selbst fahre meinen, auf 2000ccm aufgespindelten, 64er P1800 mit dem Kühler alter Bauform und den dünnen Anschlußstutzen. Den Kühler ließ ich auf Hochleistungs Netz umbauen. Kostete damals aber schon 480 Euro, funktioniert aber hervorragend. Ich fahre den 1800 relativ oft auf langen Strecken auf der Autobahn und die Kühlwassertemp. liegt IMMER unterhalb der Mitte, wirklich IMMER bei jedem Wetter. Anzeige ist vor etlichen Jahren gegen Neuteil ersetzt und abgeglichen worden.
Allerdings fahre ich auch mit einem Thermostat mit 77 Grad Öffnungstemperatur und einem Öl/Wasser Wärmetauscher von Ford. Ich will demnächst mal wieder zurück rüsten auf 82 Grad Thermostat, manchmal ist mir die Kühlwassertemp. tatsächlich etwas ZU niedrig.
Wenn das bei meinem Wagen so extrem gut funktioniert, sollte das an deinem DUETT doch auch zur Zufriedenheit funktionieren.
Es grüsst
Roy


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