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Wiederbelebung TP21

Aus networksvolvoniacs.org

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Orangelinie.png Auf zur Seite [1] [2] [3] [4] [5] der Geschichte! Orangelinie.png Da ich schon oft nach dem Stand der Wiederbelebungsversuche meines Sugga gefragt worden bin,(und manche sogar an dessen Existenz zweifeln), im Geländewagen-Forum noch nicht viel los ist und ich mich dort auch Zugehörig fühle, will ich hier mal versuchen ein bisschen zu erzählen:

  • was ich so treibe
  • welche Schwierigkeiten es gibt z.b. mit Ersatzteilen
  • welche Ideen ich umzusetzen versuche


Wie viele schon Wissen, komme ich aus dem schneller, flacher- und breiter - Bereich der Volvoszene...

Meine Monster-Zone A.ganz07.gif

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Meine B30 Amazone zu sehen auf "www.Kueppis-World.de"



Nachdem es aber irgendwo langweilig wurde, immer wieder B30 Motoren mit verbrannten Kolben wegen Highspeedklingeln auszutauschen dachte ich mir: "Machste endlich mal was ganz anderes!!!

Ich wollte neue Herausforderungen und nicht nur neue Rundenrekorde.

Ich muß gestehen, dass ich zwar ein wenig Ahnung vom Schrauben habe, aber keinerlei Ahnung vom Fahren mit Autos im Gelände.Obwohl, mit Motorrädern im Gelände klappt das schon ein bisschen....

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Das ist eine KTM 500 MX Zweitackter (einer der Dinosaurier, die auf dem Höhepunkt der Crossentwicklung anfang der 90 er Jahre Stand. Diese Maschinen hatten 73 PS am Hinterrad, bei 101 kg Gewicht.


Der Volvo TP21


Ursprünglich als Funkaufklärungsfahrzeug (Radiobil)für die Schwedische Armee gebaut,bekam der Volvo TP21 wegen seiner guten Eigenschaften beim Schlammwühlen, und wegen des Heckteils seinen Spitznamen "Sugga" Was so viel heißt wie Wildschwein, oder Sau.

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zwei der wenigen Orginalbilder aus seiner Einsatzzeit



Die große Suche


Ich suchte also etwas anderes, wollte aber bei Volvo bleiben. Volvo produzierte im laufe der Jahrzente viele verschiedene Fahrzeugtypen, vom Motorboot, über Landmaschienen und Bagger, bis zum Kettenfahrzeug namens Haglund.Das Kettenfahrzeug BV202 viel wegen der geringen Einsatzfähigkeit in der Stadt aus, wasser für ein Boot haben wir im Oberbergischen auch nicht wirklich, und ein Traktor ist zwar nett, aber ein bisschen zu langsam.... emoticonAlso blieb ein Lastwagen, oder ein Armeefahrzeug... Die Entscheidung war schnell getroffen, als ich den ersten Volvo TP 21 auf Bilder im Internet sah, und mir ein paar Filme auf Youtube ansah....Die Suche dauerte dann fast 3 Jahre, wobei erschreckend ist wie die meisten Sugga nach 60 Jahren im Schlamm aussehen, oder wie brutal sie umgebaut wurden.Ich bin überzeugt, das es heute nur noch ca.200-250 Autos Weltweit gibt, der Rest ist leider zerstört für immer...Ich reiste also merfach nach Schweden...

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wo ich diesen Sugga auf einen Schrottplatz in Schweden, für 6000 € fand...

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nach heutiger Sicht ein Schnäppchen,da nach meiner Schätzung etwa noch 200 bis 250 Stück existieren , und es Täglich weniger werden.

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Dieser hat nur noch das Cassy vom Sugga , die Karosserie vom Taunus,und einen 7.9 Liter großen Big Block Motor.

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Dieses Monster ist ohne Motor, und steht meines Wissens auch bei Berlin.Er ist so breit und schwer, das mich der neue Besitzer mal anrief, und fragte, wie den so ein Monster zu transportieren sei emoticon


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Dieser Stand in einer Scheune in Deutschland, sollte 4300€ kosten. Der Zustand war so schlecht, das ich die Stellen suchte , die nicht geschweißt werden mußten.Aber ich muß fährerweise dazu Sagen, das es noch ein komplettes Cassy inklusieve eines ED Motor dazu gab.

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Motor und Getriebe fehlten indes im eigendlichen Auto.

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Die Frontscheibe und das Scheibengimmi sind das Wertvolle weil nicht mehr zu bekommende. Beides war bei der armen Sau kaputt

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und überall der Rost...echt Übel

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Das ist übrigens eins meiner Lieblingsbilder, weil es etwas von Scheunenfund hat.Diese Sau ist übrigens später 2x innerhalb Berlins verkauft worden, leider momentan verschollen, aber sie wird wieder auftauchen....sie tauchen immer wieder irgendwo auf




"Erni17"


Eine kleine Geschichte am Rande ....gekauft wie gesehen heißt es doch....

In diesem Fall hatte ich unglaublich Schwein (im warsten Sinne des Wortes)...Ich begutachtete diese mit der Post

gekommenen Bilder stundenlang. Ich war auf eine Anzeige in Blocket gestoßen, die Weder Bilder noch eine Mailadresse hatte. Nach endlosen Telefonanrufen, in denen ich immer wieder abgewürgt wurde (weil ich kein Schwedisch sprach)bekam meine Frau kontackt mit der Mutter des Besitzers, die Deutschdozentin in Goeteborg an einer Schule war. wir verabredeten, das sie mir mangels Computer einige Bilder mit der Post senden würde,und ich verglich sie mit Bildern aus meinem Archiv, und dem Netz ,

und kam nach einer sehr langen Nacht mit Hilfe von ein wenig Grappa zur Selbstfindung zum Schluß, das wird meine Sau....

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Ich stehe auf Matchbox Autos

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In diesem Brief stehen die wichtigsten Daten, die ich brauchte...leider in Schwedisch




Ich kaufte meinen "Erni" nach 3 Monaten verhandeln auf Grund von 4 schlechten Bilder und einem Brief in Schwedisch.Jetzt hatte ich zwar einen rund 3 Tonnen schweren Sugga , aber wie das Urfieh nach Hause bekommen. Hinfliegen , und Zurückfahren war der Plan, doch der Verkäufer meite das es keine gute Idee sei der TP würde zwar laufen, aber eine Strecke von über 600KM würde er ihm nicht zutrauen.Auf einen Anhänger verladen ging auch nicht, zu groß,und zu schwer, und kein geeignetes Zugfahrzeug. Blieb nur eine Spedtion. Nach langen Telefonaten bekam Ich den Tip eines Bekanten, mal seinen Arbeitgeber zu fragen, da die für sehr große Wuppertaler Firma Autolacke nach Schweden fahren würden,und froh währe , wenn er eine Ladung für die Rückfahrt hätte.Der Preis war Top,also wurde der LKW 50 Km hinter Götheborg geschickt, um den Sugga dort zu verladen. (Der Verkäufer hatte auch zufällig Auffahrrampen im Garten liegen was mich schon erstaunte)

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24 Stunden später war "Erni" dann in Wuppertal, und mußte Entladen werden. Nun muß man sich das bei einer großen Spedizion so vorstellen, das dort ca. 50 LKW auf dem Hof stehen, die in einer bestimmten Reihenfolge be und entladen werden mußten. Nun kam ich, und wollte nur mal eben zwischendurch meinen Sugga abholen, und nach Hause fahren. Nach ein bisschen hin und her, befahl der Chef seinem Lademeister "Sofort abladen" und dieser ließ Laderampe 1. (von 11) räumen. Der LKW wurde nach ein paar Fotos an die Laderampe gefahren, und der Lademeister meinte nur "fahr raus dein Auto."(diese LKW Fahren komplett in eine geschlossene Rampe, wo auch die Tore wieder geschlossen werden, weil dort Feuergefährliche Stoffe wie Lack, und Lösungsmittel verladen werden,also ein EX Bereich) nun sollte ich im dunkeln ein Auto aus einem LKW fahren,das fast genauso breit ist wie dieser, und wo ich noch nie drin gesessen hatte, geschweige den wußte wo der Rückwärtsgang ist. Hinter dem LKW stand bereits die neue Fracht, die aus dünnwandigen 1000 Litern Aluminium BigPacks mit Lösungsmitteln und Farbe bestand.

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Ich klettere in den Sugga, rühre so lange im Getriebe, bis ich ein hartes mechanisches Klacken hörte, und bete, das es der Rückwärtsgang ist. Ich trete die Kupplung so fest ich kann bis zum Anschlag, drehe den Zündschlüssel, und..... nichts.Ich suche im Licht meines Handy einen Startknopf, und drücke darauf. Der Motor erwacht zu Leben, und ein Grollen geht durch das gesamte Spedizionsgebäude. Vor dem Sugga stand eine Palette mit Elektronik, die bestimmt nicht günstig ist, und so lasse ich die Kupplung so langsam kommen wie es nur eben geht. Kein Schleifpunkt so ein Mist war mein letzter Gedanke... plötzlich macht die Sau einen mächtigen 2 m Satz nach hinten, und steht mit den Hinterrädern schon aus dem LKW raus, bevor ich begreife, das die Kupplung geklebt hat, und ich sie wieder durchgetreten muß. Der Lademeister steht bleich mit weichen Knien in meiner Schußbahn, und wischt sich den kalten Schweiß von der kahlen Stirn...Glück gehabt. Ich lasse die Kupplung ein weiteres mal kommen, und hüpfe wieder ein Stück aus dem LKW herraus, in Gedanken immer an die Alubehälter mit der hoch entzündlichen Lösungsmitteln denkend....mir ist schlecht. Nach 5 maligen vor und zurück hüpfen, passt der Winkel , und ich kann aus der Ladehalle rausfahren. In der 1. Etage über der Halle stehen alle Disponenten und Fahrer an der Scheibe der Büros, und bekommen ihren Mund nicht mehr zu, als ich mit viel Rauch, und noch mehr Gebrüll aus dem nur halb bestehenden Auspuff mein Auto gegenüber der Einfahrt abstelle, und erst mal eine Pause brauche,um einen normalen Pulsschlag zu bekommen.

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Ich rufe meine Frau an, das sie die Kinder warmlaufen lassen soll, und das Auto anziehen,ich sei auf dem Weg mit meinem Alltagswagen nach Cronenberg, um sie , Werkzeug, und Benzin abzuholen, wir müssen sofort wieder losfahren, den Sugga vom Hof der Spedition abholen. Als ich ankam war alles vorbereitet, und wir fuhren in ihrem Auto zurück zur Spedition. Dort bestaunten wir erst mal das Urfieh, ich tankte 20 liter Benzin (man weiß ja nie wie groß der Durst ist. ) , weil ich auf den knapp 40 km nach Hause auf keinen Fall liegenbleiben wollte. Ich hatte mit dem Vorbesitzer verabredet, das er das Auto angemeldet lassen solle, damit ich es Legal nach Hause fahren konnte. Was ich nicht wußte , war , das nichts außer Motor und Gertriebe funktionierte. Teilweise fehlte die Beleuchtung und die Spiegel , und der Sugga sah aus wie vom Schrottplatz entlaufen desshalb auch der Rat des Verkäufers, nicht aus Schweden auf Achse die Heimreise anzutreten jetzt wurde mir einiges klarer.

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Also fuhren wir los. Eine Seitenstraße entlang, auf die größte Haubtverkehrsstraße Wuppertals zu. Ich fuhr auf die Kreutzung zu und bremste. Dieses funktionierte auch , aber nachdem der Schmerz im Oberschenkel und den Armen nachgelassen hatte, merkte ich , das ich erst auf der Kreutzung zum stehen gekommen wahr. Zum Glück war die Ampel für die anderen gerade Rot, wieder mal Glück gehabt, und keinen Schrottplatz fabriziert. Ich ortnete mich rechts ein, und der Plan war , unauffällig mit dem Berufsverkehr mitzuschwimmen, bis ich in einer Seitenstraße untertauchen könnte . An der nächsten Kreuzung stand dann ein Audi Q7 neben mir an der Ampel, und während ich mitleidig zum Fahrer runterschaute, wurde mir bewußt, das der Plan "Unauffällig mitschwimmen" nicht klappen würde, und ich sehen mußte das ich schnellstmöglich aus der Stadt kam.

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An einer längeren Bergstrecke wunderte ich mich, das das Auto so gut zog ich fuhr nach Tacho und Gefühl etwa 70kmh und wußte aus dem Internet, das die Topgeschwindigkeit nur etwa bei 90 kmh lag. Ich hatte aber nur etwa Halbgas, weil ich den Motor nicht überfordern wollte. An einer Ampel schaltete ich mal einen der 3. Schalthebel , und als es grün wurde, würgte ich den Motor ab. Ich betete , das er wieder Ansprang, was er auch sofort tat, und merkte, das ich die Untersetzung Ausgeschaltet hatte.Dadurch war das Getriebe länger übersetzt, was den Sugga noch schneller werden ließ.Wir fuhren dann auf vielen Nebenstraßen und durch einen Wald zurück nach Hause. Ich muß sagen ein Sugga ist trotz der Größe, und des Gewichtes nicht wirklich langsam...."Adrenalin pur"

http://www.youtube.com/watch?v=mWXspceqiJQ


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Zum Größenvergleich mal ein Straßenauto

Der ( die, das) Sugga oder einfach Sau ist 2m breit 4,70m lang und 2,28m hoch.Die Bodenplatte ist 80 cm über der Erde... noch... emoticon

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kurz darauf fing das Zerlegen an...


http://www.youtube.com/watch?v=I04bnpbS67U Seine letzte Fahrt machte mein Freund Svennson


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Bis nix mehr da war...

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Zwei Nachbarn mit schwerem Gerät halfen beim Entfernen des Häuschens

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Dies wurde dann auf einen vorgefertigten Rollwagen abgelegt, das war im September 08

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Der Rest kam zurück ins Carport um auf die Zerlegung zu warten.

Svennson rief mich anfang Feburar 09. an , das er seinen 140 er Kombi von Hamburg nach Wuppertal zum Lackieren bringen würde,und ich lud ihn gerne zum Grappa und einer Übernachtung ein.

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Svennson mochte schon immer V8 Motoren. Ein Volvo B36 war sein erstes Versuchsobjekt, das leider an einem total zerstörten Innenleben, und mangels Ersatzteilen scheiterte.Es kam wie es kommen mußte, nach einer Palette Dosenbier, und einer halben Flasche Grappa warf er die Frage auf "Du ich hab ja morgen noch nen bisschen Zeit, können wir nicht deinen Motor vom Cassy ruterbauen?" Das war mal mal ein Plan.....

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gesagt...getan


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Die Einzelteile wanderten auf den Dachboden,

Ich fragte wieder meinen Nachbarn wegen des Traktors, und keine Stunde später stand der B36 mit Getriebe in meiner Garage.

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Und was machen wir jetzt mit dem Vormittag? Na weiterschrauben sach ich so....und das bei -5°C "solange das Bier reicht!"

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Fett und Lehm konserviert.

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leicht verstaubte Hinterachse

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Alles wurde Beschriftet

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Und alles wurde aufs sorgfälltigste Fotografiert.

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Und Hilfe hatten wir auch


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Nach 7 Dosen Bier, und 5 Stunden Später nochmal ein bisschen Hilfe mit schwerem Gerät

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Wir sind fertig (oder heißt es ich bin fertig)mal wieder

Was mich sehr verwundert, ist die Tatsache, das wir alle Schrauben lösen konnten, und keine einzige Abgerissen haben.

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Das Cassy mußte später 2. Stunden lang mit dem Hochdruckreiniger gereinigt werden, um Schlamm , und Fettrückstände komplett zu entfernen. Den Rest muß der Sandstrahler erledigen.

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Stabile Sache "Ich wollte da kein Unfallgegner sein, der in einem Smart sitzt"

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