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Die fünfte Neulackierung ...

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... und Blechverformungen!

Jetzt sah er richtig gut aus und da dieses mal alles mit lackiert wurde, lohnte es sich nicht den originalen B20B wieder in den schönen Motorraum einzubauen. Er war trotz der hohen Laufleistung immer noch gesund, ihn zerlegen, abzudichten und optisch in Ordnung zu bringen hätte sich aber nicht gelohnt. So bekam der Amazon einen B18B mit nur 33000km aus einem 1968er 140er mit Totalschaden, ein M41, viel neues für außen rum, makellose auf Hochglanz polierte Zierleisten, neuen Chrom und anderes mehr. Er sah richtig klasse aus und alles wäre für lange Zeit gut gewesen, wenn nicht 16 Monate später im September 1989 ein LKW hinten rein gefahren wäre. In meinem Heimatdorf und vor meinem Elternhaus, anschließend stand der Arme ein ganzes Stück weiter beim Nachbarn. Er wurde hinten links neben dem Stoßstangenhorn getroffen und er sah schlimm aus, das Heck war eingedrückt, der Kofferraumboden gestaucht und das Seitenteil war nach innen eingefallen. Der Amazon war durch den Aufprall schlagartig mitgerissen worden und es geriet alles was auch nur etwas nachgeben konnte in Bewegung. Unter anderem hatte es die Motorhaube nach hinten gegen den Windlauf geschlagen, so dass dort der Lack abgeplatzt war. Es wurde ein Gutachten gemacht, Wert damals 1989 15800 DM, Schadenshöhe 9600 DM. Gut dass ich nur die Handbremse angezogen hatte, mit eingelegtem Gang hätte es vielleicht noch das Getriebe zerrissen?

Ich habe ihn dann wieder komplett zerlegt, jetzt, jetzt aber noch mal so richtig in die Vollen, das Ganze noch mal von vorn. Alles wurde repariert und der Amazon bekam seine vierte Lackierung! Wieder sehr aufwendig und wieder jedes Teil für sich, denn nirgends sollten Abklebekanten zu sehen sein. All die schönen Neuteile die ich mit der Zeit gehortet hatte wurden eingebaut, neue Kotflügel und Frontmaske, neue Grills und Beleuchtung rundum, Fensterzierrat, neue Ausstellfenster hinten und vieles mehr. Auch hier hatte ich wieder einige Ideen verwirklicht, überwiegend Kleinigkeiten und meistens im Verborgenen, alles um die Haltbarkeit und den Rostschutz des Amazon weiter zu verbessern. So habe ich z.B. die frisch lackierten Kotflügel senkrecht auf die Lampenöffnung gestellt, den Bereich um den innen eingeschweißten Ring mit Wachs geflutet bis es überall austrat und so zwei Tage stehen lassen bis das Wachs fest war. Genauso bin ich mit dem Bereich zur A-Säule hin und mit der Schraubleiste vorgegangen, alles in allem sechs Tage fürs Kotflügel wachsen. Ich weiß, Kinkerlitzchen, nichts Besonderes und leicht zu bewerkstelligen, aber auf Dauer sehr effektiv. Unter diesem Ring und an den anderen Stellen befindet sich original ab Werk nur etwas Tauchgrundierung, sonst nichts, da kommt nie etwas vom Lack, Unterbodenschutz oder sonst was hin. Deshalb sind früher auch alle Kotflügel oben hinterm Lampenring, zur A-Säule hin und am Übergang zur Schraubleiste gerostet. Die Laufleistung des Amazon war inzwischen schon weit jenseits der 300000!

Zum B18B noch, den hatte ich vom Bruder eines Schulkameraden bekommen, er hatte einen 68er 144er der bei 166000km einen Motorschaden hatte, er bekam einen original Volvo-Austauschmotor und 33000km später, bei 199000km, wurde der 140er bei einem Unfall hinten um ca. einen halben Meter gekürzt. Der 140er war ein Totalschaden und Udo, so der Name des Besitzers und Bruder meines Schulkameraden, kaufte sich einen 70er 142er und stellte den anderen in den Garten um bei Bedarf Teile zum Tauschen zu haben. Immer wieder fragte ich nach dem Motor im inzwischen zugewachsenen 140er. Du bekommst den Motor wenn ich ihn nicht brauche, versprochen! Irgendwann war der 142er dem Udo zu alt und der Motor defekt, hatte keine Leistung mehr und ich bekam den B18B mit M40 für 300DM. Das kam mir und meinem Geldbeutel sehr entgegen! Der Motor lag insgesamt etwa 8/9 Jahre im Garten und bei mir bis ich ihn 1987 in den Amazon einbaute, nicht ohne ihn vorher zu zerlegen, zu modernisieren (Simmerringe vorne und hinten), neu abzudichten und lackieren. Den B18B, ein klasse Motor und wesentlich spritziger als der alte B20, habe ich dann viele Jahre gefahren. Vom zweiten 140er von Udo habe ich mir die 6135er Kronprinzen und den Stromberg-Vergaser abgeschraubt und beide verschrottet. Jahre später, als ich mal einen Vergaser brauchte, konnte ich feststellen, dass ich den schönen 142er nur verschrottet hatte weil die Membrane des Strombergs defekt war. Wir alle wissen, ist diese Membrane defekt läuft der Motor nur noch im Standgas und zieht nicht mehr die Wurst vom Teller. Nie mehr danach habe ich noch mal einen 142er in kirschrot 46 gesehen.
Was ist Erfahrung, die Summe aller Fehler!


Die Rechnung und das Garantiehaft zum Motor habe ich noch, der Motor kostete 1977 2476DM, mit Aus- und Einbau und diversen Teilen 3585,85DM.

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Fortsetzung folgt!

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Das Blech ist wieder in Form und der Amazon hatte seine vierte Ganzlackierung!

Er sah wieder toll aus und wurde auf Treffen als einer der schönsten Amazon Deutschlands bezeichnet. Ich war mächtig stolz und alles wäre für lange Zeit gut gewesen, aber es sollte wenige Jahre später wieder anders kommen. Wir waren zum Jahrestreffen des Volvo-Clubs in Frankfurt angemeldet und starteten Samstagmorgen zur Ausfahrt durch den Taunus. Dazu mussten wir erst ein Stück Autobahn fahren in Kolonne mit ca. 40 anderen Volvooldies, als plötzlich ein Mercedes A Klasse direkt vor mir und ich meine direkt vor mir auf die rechte Spur auffuhr. Ich hatte nur Bruchteile einer Sekunde um zu reagieren und nur zwei Möglichkeiten, Vollbremsung und mit hohem Resttempo in den Mercedes, mit schweren Schäden am Amazon und vermutlich auch an seinen Insassen oder das Steuer nach links zur Mitte hin verreißen und versuchen zwischen der A-Klasse und dem was auf der linken Spur ist irgendwie durch zu kommen. Aber da war keine Lücke sondern eine junge Frau mit einem Citroen CX und diesem bin ich in die Seite gefahren. Die dritte Option auf die Standspur ging nicht, denn es gab keine, nur Leitplanken. Die nächsten ca. 30 Sekunden genau zu schildern spar ich mir, nur so viel, es fielen viele unanständige Worte und es wurde sehr laut im Amazon. Im Nachhinein aber hatte ich die richtige Entscheidung getroffen und bin nach links, denn hinter mir waren noch etwa 30 alte Volvos darunter viele Buckels mit Trommelbremsen und es hätte noch zu weiteren Unfällen kommen können. Wer rechnet mit so was und wir alle wissen, dass es nach hinten immer enger wird die Fuhre noch zum stehen zu bringen. Die A-Klasse Fahrerin hatte das Ganze zwar verursacht, sie zu verfolgen habe ich aber nach kurzer Strecke schon wieder aufgegeben, ich hätte sonst Unfallflucht begangen. Sie traf zwar die Schuld an dem ganzen Geschehen, aber ich hatte den Unfall verursacht und sie war auf und davon. Zierleisten platt, die vom Kotflügel stand wie eine Lanze weit vorne raus, das schöne 122S Emblem und der Spiegel abgerissen, Kotflügel und Fahrertür verbeult. Und wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen, weil es mich schon wieder erwischt hatte meinten einige -später im weiteren Verlauf des Treffens- ihre Witzchen machen zu müssen. Im Großen und Ganzen hatten wir Glück, der Amazon, meine Frau und ich, denn es hätte schlimmer kommen können. Das Blech wurde wieder gerichtet und, so meine Gedanken, wenn schon Teillackierung, dann könnte man doch wegen den Steinschlägen der vergangenen Jahre, die Frontmaske, die Haube und den rechten Kotflügel gleich mitlackieren lassen. Da der Amazon inzwischen dreißig Jahre alt war, H-Kennzeichen bekommen und wieder ein B20 rein sollte, habe ich den Motorraum wieder leer geräumt und auch mitlackieren lassen. Und er bekam eine große Teillackierung. Eigentlich war der Motorraum schon sehr schön, aber ich wollte ihn noch perfekter haben, eine Entscheidung die ich wenige Monate später bereuen sollte. Doch dazu später!

Keine besonderen Vorkommnisse mehr, äh fast! Einmal noch hatte ein Opa beim zurücksetzen an der Tankstelle seinen Kombi im rechten Kotflügel des Amazon abgestellt. Er jammerte, diskutierte und nervte, das wäre jetzt schon der dritte Vorfall mit seinem neuen Auto in kurzer Zeit und er suchte die Schuld bei mir, warum ich nicht gehupt hätte und außerdem würden die Kameras der Tankstelle schon zeigen wer schuld sei. Hatte ich es doch tatsächlich gewagt da zu stehen wo er lang wollte! Es gab Zeugen, ich hatte ihm noch geraten doch zukünftig seine Spiegel zu benutzen und seine Versicherung zahlte. Die Beule und die Schrammen im Lack waren zu verschmerzen, denn er sollte ja bald wieder lackiert werden, was mich aber richtig ärgerte war die makellose jetzt aber platt gedrückte Zierleiste. Und dann hatten noch zwei Jungs, 12 und 13 Jahre alt, mal Langweile und keine Lust auf Schule, gingen in das Parkhaus in der Nähe ihrer Schule und beschädigten 26 Autos, brachen einige auf und klauten einiges raus. Auch meinen Amazon hatten sie sich vorgenommen, sie rissen den ganzen Zierrahmen vom Heckfenster runter und verkratzten die linke B-Säule als sie versuchten das Seitenfenster raus zu hebeln. „Das Ermittlungsverfahren gegen a)Stefan H. und b)Sascha K. wegen besonders schweren Diebstahls wird eingestellt. Die Beschuldigten waren zur Zeit der Tat noch nicht 14 Jahre alt und daher schuldunfähig im Sinne von §19 Strafgesetzbuch.“ So steht es im Schreiben der Staatsanwaltschaft das ich heute noch habe. Die armen Buben, inzwischen Mitte dreißig, leiden bestimmt immer noch unter dem bösen Blick und dem erhobenen Zeigefinger von dem Mann da vorne in schwarz. Ich bin dann mehrere Jahre ohne Heckfensterchrom rumgefahren bis ich wieder einen einigermaßen guten Satz zusammen hatte. Neulinge und Anfänger heutzutage habens gut, denn heute gibt es das alles wieder neu für unsere Lieblinge!

Dieses Bild hatte ich vergessen, es hätte schon vor zwei Beiträgen rein müssen! Es zeigt mich als 32 jährigen und den Amazon im April 1983 bei einem Volvo-Treffen im Münsterland. Wenige Wochen später wurde ich Vater  !

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Fortsetzung folgt!

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Hallo Bernhard,

vielen Dank, dass Du diese schöne Geschichte mit uns teilst, ich bin gespannt!

Schicke Brille und cooler Schnauzer

Viele Grüße,
Jürgen

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Hallo Bernhard

Bei dem Text oben fiel mir etwas auf.
Ich habe meinen Amazon seit 1996.
Meine Volvoleidenschaft ist durch die damaligen Oldtimerzeitungen erwacht worden.

Die erste war die Motor Klassik 04/1995 -ein grüner Amazon- (Diesen habe ich vor ein paar Jahren beim Oldtimertreff in Butzbach wieder (und live) gesehen.
Die zweite Zeitung war die Oldtimer Praxis von 08/1996. Diese Amazon sah ich dann vermutlich auch beim letzten Teilemarkt in Groß Krotzenburg. Was mir aber gerade erst durch diesen Bericht klar wird.

Wir kennen uns nicht, aber vielen dank dafür, dass ihr mir den Volvovirus eingepflanzt habt. Ich schraube bis heute gerne am meinen Fahrzeugen.

Dankbare Volvogrüße

Dirk

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Lieber Bernhard,

Deine Liebe zum Amazon kannst Du ja wirklich nicht verbergen - und so Detail-getreu geschildert. Über einen Satz bin ich als Buckelfahrer gestolpert: " ... denn hinter mir waren noch etwa 30 alte Volvos, darunter viele Buckels mit Trommelbremsen und es hätte noch zu weiteren Unfällen kommen können." Aber warum das denn? Falls es zu Unfällen gekommen wäre, dann liegt es meiner Ansicht nach nicht an den Trommelbremsen, sondern an den Fahrern. Überflüssig zu schreiben, dass ich Trommelbremsen habe - und gut damit zurecht komme (auch bei Passabfahrten mit Dethleffs Beduin am Haken).

Gunvor - natürlich Scheibenbremsen eine bessere Wirkung bescheinigend
. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . Buckel & Beduin - volvemus!

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Hallo Bernhard,

absolut spannend, deine Story! Ich würde mich echt gerne ausführlicher dazu äussern, aber ich bin kurz vor Tarifverhandlungen und habe gerade für fast nichts anderes Zeit. Trotzdem habe ich gestern meinen Amazon fertig machen können und bin heute das erste mal in diesem Jahr damit gefahren. Wow, wie geil!!
Aber über Deine Brille muss ich doch noch was los werden. Vielleicht ging die damals noch durch, weil nichts anderes da war. Aber heute nennt man die in Anlehnung an die großen Glasflächen, ähnlich wie die Augen einer Fliege, Stubenfliegenbrille. Ich war damals gerade sieben Jahre alt und hatte dem zu Folge noch gar kein Modebewusstsein, also wär mir das damals auch nicht als Stubenfliegenbrille aufgefallen. Also alles in Ordnung!!

Viele Grüße und mehr davon,
Moritz

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Hallo Bernhard,
danke für die fesselnden Anekdoten! Jetzt müsste sie nur noch ein begnadeter Zeichner wie Brösel in Bilder fassen, schon hast du einen Bestseller! Da hast doch sicher noch mehr auf Lager?!
Beste Grüße
Lars


Nicht vergessen - immer lächeln!

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Zu den Unfällen noch!!
Die waren so verrückt, so abweichend von allem was man zu solchen Geschehnissen vor Augen hat, dass man es nicht glauben würde, wenn man es nicht selbst erlebt hätte.
Viel Text, ich weiß, aber um das Geschehene nur annähernd zu schildern, notwendig. Wem´s zu viel ist, einfach lassen!

Bei dem Unfall mit dem Lastwagen vor meinem Elternhaus war kein LKW unmittelbar beteiligt, der war nur das Zugfahrzeug, sondern sein Anhänger. Wir hatten im Dorf Kirchweih und ihr kennt doch diese gekürzten LKWs, diese Zugmaschinen der Schausteller damit sie zwei Anhänger ziehen dürfen. Der Schausteller mit dem Autoscooter stellte auf dem Festplatz fest dass ein Anhänger zum ausladen ungünstig stand und hatte beschlossen noch mal umzurangieren. Weil es dort sehr eng ist blieb ihm nichts anderes übrig als noch mal eine Runde durchs Dorf zu fahren. An diesen Anhängern gibt es unter dem Rahmen, zwischen den Achsen eine Riesenschublade, einen sogenannten Kellerkasten. Drei/vier Meter lang und fast so breit wie der Anhänger, lässt sich nach beiden Seiten rausziehen und ist gegen rausrollen mit Bolzen gesichert. Der Chef hatte, als er sich entschlossen hat umzurangieren, die Sicherungsbolzen schon gezogen und vergessen den Kasten wieder zu sichern. Während der Fahrt durchs Dorf rollte der Kasten in jeder Kurve etwas weiter raus und stand als er meinen Amazon traf etwa 1,50 Meter zur Seite raus. Wir saßen drinnen bei meinem Vater und draußen gabs einen fürchterlichen Schlag! Der Schausteller hatte vielleicht noch 30km/h drauf, denn 30-40m weiter ist eine Kurve und die Straße wird enger. Da der Amazon immerhin über 1100kg wiegt hatte er es dem Anhänger nicht leicht gemacht und hat diesem den ganzen Kellerkasten, eine mit dicken Holzbohlen beplankte Stahlkonstruktion, mit Inhalt rausgerissen. Es sah aus wie nach einer Explosion, der Kasten war nur noch etwas unförmiges Krummes und auf der Straße lag sein gesamter Inhalt, unter anderem hunderte von Birnenfassungen und der Amazon stand leicht schräg ein Stück weiter. Trotzdem dass mein Elternhaus fast am Ortsende liegt, war die Straße ruckzuck voll von Gaffern und Fachleuten, „der hatte min. 80 drauf usw.“. Meine Frau wundert sich noch heute über die Ruhe die ich damals an den Tag legte? Ich hatte auch reichlich zu tun, mit dem Schausteller der sich in den Haaren hatte und sich unzählige mal entschuldigte, unseren Sohn zu beruhigen, damals 5 Jahre alt, der heulend aus den Hof gerannt kam und nur mit viel Worten davon abzuhalten war mit dem Fäustel vom Opa auf den Kotflügel des LKW zu dreschen. Die Polizei anzurufen und meinen Vater zu beruhigen der keifend am Küchenfenster stand und „nix die krien koon Strom vum mer“ schrie, als die Söhne des Schaustellers mit einem großen Trennschleifer den Kellerkasten zerlegen wollten/mussten. Dem Polizist Rede und Antwort stehen, der zwischendurch kurz mal etwas grimmig von seinem Schreibbrett aufschaute, als mein Cousin, der drei Häuser unterhalb wohnt und mehrere NSU-Oldis besitzt, meinte „wonn des moin Prinz wär kennt ihr jetzt e paar eusasche“, wenn das mein Prinz wäre könnt ihr jetzt ein paar einsargen. Ich hatte also gar keine Zeit mich aufzuregen, was hätte es auch geändert? Der arme Amazon hatte nicht nur die schon weiter oben aufgezählten schweren Schäden, Teile des Kastens und seines Inhalts waren an und übers ganze Auto geflogen und hinterließen überall Kratzer und Macken. Der Chef zu mir, lassen sie alles aufschreiben beim Gutachten, meine Versicherung musste noch nie für einen Schaden aufkommen. Und irgendwann noch auf die vielen Glühbirnenfassungen von mir angesprochen meinte er, dass eine Birne im Haushalt aufzuheben und zu entsorgen sich nicht lohne, aber bei ihm würden übers Jahr Hunderte anfallen, er schlage das Glas ab, würde sie sammeln und entsorgen.

Ja und der zweite Unfall mit der A-Klasse war genau so ungewöhnlich! Wie oben geschrieben ging es mit etwa 40 Oldis in Kolonne zur Ausfahrt durch den Taunus erst mal ein Stück über die Autobahn, über die A661. Dazu muss man wissen, dass die A661 eine Autobahn ist die Streckenweise weder eine Standspur noch Beschleunigungsspuren an Auffahrten hat oder hatte, d.h., ein auffahrendes Fahrzeug muss an einem Stopschild halten und auf eine Lücke warten bis es auffahren kann. Ich beschreibe hier eine Autobahn in der Nähe vom Frankfurt a.M., einer Großstadt und nicht auf dem platten Land! Ich könnte mich jetzt noch etwas auslassen über die vielen Steuern die wir Autofahrer zahlen und über solche Straßenzustände in der Nähe einer Großstadt, aber das spare ich mir jetzt. Vermutlich sah die Fahrerin, wie ich kurz später feststellen konnte, die Kolonne mit lauter alten Karren und da sie es eilig hatte und alte Autos doch langsam fahren, beschlossen ohne Stop aufzufahren, eben direkt vor mich mit etwa 30, ich fuhr wie die ganze Kolonne die erlaubten 100km/h. In einem Satz, ich bin der Citroen CX-Fahrerin in die Seite gefahren, habe die A-Klasse verfolgt, überholt, gehupt, sie versucht auszubremsen, gestikuliert und aufgegeben, sonst hätte ich Unfallflucht begangen. Die A-Klasse Fahrerin hatte einen Haken um mich geschlagen und war weg. Nachdem die erste Aufregung verflogen war, sind wir weiter auf eine Tankstelle an der A66 gefahren und haben die Polizei angerufen. Meine Frau hatte sich ihre Nummer aufgeschrieben, der Polizist fragte im Revier nach dem Halter und antwortete: „dieses Auto ist ein Leihwagen von Avis und wurde vor 20 Minuten am Flughafen Frankfurt von einer Amerikanerin ausgecheckt, die hatte es eilig und ist vermutlich gleich in der Luft.“ Worauf bei mir das große Jammern anfing! Der Polizist beruhigte mich: „Regen sie sich nicht auf, sie hatten noch Glück im Unglück, sonst wären sie Beweispflichtig, müssten beweisen wer gefahren ist usw. Da Avis weiß wie Amerikanerinnen in Deutschland Auto fahren, werden sie keine Probleme bekommen.“ So war es und die Versicherung von Avis zahlte meinen und den Schaden der Citroen-Fahrerin.

@ Bernhard
…. hinter mir waren noch etwa 30 alte Volvos darunter viele Buckels mit Trommelbremsen und es hätte noch zu weiteren Unfällen kommen können.

@ Gunvor
Falls es zu Unfällen gekommen wäre, dann liegt es meiner Ansicht nach nicht an den Trommelbremsen, sondern an den Fahrern.

Wolfgang wir alle wissen doch wie Auffahrunfälle entstehen, ob mit neuen oder alten Autos, mit Trommel- oder Scheibenbremsen. Da ist die Reaktionszeit und der Bremsweg, nach hinten wird es immer enger und die letzten hängen aufeinander. Wie auch immer, bei beiden Geschehnissen kam es zu keinen Personenschäden und das ist das wichtigste, Autos, auch alte Autos kann man reparieren.
Editiert am Thu 27. May. 2021, 17:15:43 von Börnaut

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.... und hoffentlich die letzte!

Es ist November 2017 und der Amazon steht sauber in der Halle, aber nach 25 Jahren und mehr als 250000 Kilometer seit der letzten Ganzlackierung zeigt der Volvo die Spuren der Zeit. Hier und da Kratzer, diverse Beulchen und an der A-Säule kam unter dem linken Kotflügel ein Bläschen hoch was sich mit der Zeit zu einer dicken Blase entwickelte. Es wurde also höchste Zeit etwas zu unternehmen! Ich hatte es schon einige Jahre vor mir hergeschoben, immer wieder kam was dazwischen, auch die Gesundheit spielte mal eine Zeitlang nicht mit und ruckzuck war es wieder März/April und, na ja diese Saison fährst du noch, im Herbst fängst du an. So verging Jahr für Jahr, so vergingen viele Jahre!

Mein Amazon während eines Treffens 2006 an der Ostsee, da war noch alles fein und in Ordnung!

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Und bei einem Treffen 2017 im Schwarzwald ist er nur noch aus der Entfernung schön anzuschauen!

Vorm Bahnhof 2.jpg

Wie schon geschrieben stand er November 2017 sauber und trocken gefahren in der Halle, mit dem festen Willen von mir, ihn noch mal schön zu machen.
Übrigens, das ist eine gemietete Halle, wäre es meine wären die Wände sauber und gestrichen!

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Anfang 2018, wenn ich es jetzt nicht in Angriff nehme sagte ich mir, dann bin ich in wenigen Jahren zu alt. Die Blase an der A-Säule und Rost am Profil unten an den Türen in dem die Türdichtungen sitzen, waren die einzigen Roststellen. Also konnte ich doch nicht allzu viel falsch gemacht haben mit den ganzen Vorsorgemaßnahmen gegen Rost, den Verbesserungen und Umbauten? Immerhin hatte das alles seit der ersten Vollrestauration 1987 32 Jahre und fast 300000 Kilometer gehalten. Die Blase verbarg zum Glück keine Durchrostung, hatte aber tiefe Narben. Da ich kein Schweißgerät mehr zur Verfügung habe und es Leute gibt die das besser können, wurde vorsorglich das Stückchen Blech an der A-Säule am Übergang zum Windlauf von Volvoniac Dirk P. angefertigt und eingeschweißt. Da man aber nie weiß was so alles passieren und dazwischen kommen kann, wie sich die Arbeiten hinziehen, bekam er im Juni noch seinen TÜV, denn ich wollte auf keinen Fall dass dieser während dem Restaurieren abläuft. Erst danach habe ich angefangen ihn zu zerlegen und habe erste Arbeiten gemacht.

Für Qualität ist mir kein Weg zu weit und bin dafür gerne zu Dirk P. ins Saarland gefahren!

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Die Radkästen nach mehr als 30 Jahren mit Aluinnenkotflügeln! Eine einmalige Anschaffung, absolut zu empfehlen und sie waren jede Mark wert. Die dunklen Flecken sind Wachs und der Staub der Jahre!

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Die oft gelobte abtupfbare Scheibendichtmasse! Alles schön und gut, macht dicht und bleibt elastisch, aber die von Teroson härtet zu einer gummiartigen Masse aus. Jahre später gehen die Scheiben nur schwer raus oder gehen dabei zu Bruch und man hat Stunden zu tun bis das Zeug restlos vom Blech ist.

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Während die Dichtmasse der Profis in kürzester Zeit beseitigt ist!

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Fortsetzung folgt!
Editiert am Sat 29. May. 2021, 10:48:45 von Börnaut

Gets Around
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Da mir die Geschichte sehr bekannt vorkommt habe ich in meiner Volvo Hefte Sammlung nachgesehen und dein Auto gefunden.

P120.jpg

Copyright Oldtimer Praxis!
Schöne Grüße aus Österreich

Gerhard

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Weiter geht es mit den zerlegen!

Aber wo sind die Endspitzen?

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Na hier, denn seit 1987 hat mein Amazon geschraubte Endspitzen! In der Ecke die beim ausbauen dank Teroson Wisch- und Wegdichtmasse zu Bruch gegangene Frontscheibe, na ja sie wäre sowieso ersetzt worden.

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Hier Bilder von den Endspitzen am Fahrzeug, die roten Keder, nach vielen Jahren etwas verwittert hätten wieder mal erneuert werden müssen, sie fielen aber nie oder erst auf den dritten oder vierten Blick auf.
Fotos zeigen schonungslos alles und oft viel schlimmer als es in Wirklichkeit ist! Der Amazon 2018 keine 500km gefahren, aber ein kurzer Regenschauer genügte damit es so aussieht wie es aussieht. Egal, wenn sowieso doch alles zerlegt, geschliffen und lackiert wird.

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Warum geschraubte Endspitzen? In den achtziger Jahren kam zu unserem Oldistammtisch der Uwe aus Heidelberg und dieser Uwe baute sich einen Amazon auf. Er hatte neue Radläufe eingeschweißt und dabei die Radkästen auf die Kanten der Radläufe geschweißt sowie die Endspitzen zum an- und abschrauben ausgeführt. Ich war davon so begeistert, dass ich das auch unbedingt haben musste und so hatte mein Amazon seitdem, statt wie original übereinander geschweißter Außen- und Innenradläufe, Radläufe als Hohlprofil und verschraubte Endspitzen. Da die Endspitzen auch Teile des Kofferraumbodens sind, habe ich Bleche angefertigt und den Kofferraum zugeschweißt, die neuen Endspitzen wurden jetzt von unten angeschraubt. Nie mehr Spalt- und Falzenrost an aufeinander geschweißten Karosserieteilen war das Ziel! Das meine ich mit, wie weiter oben (Beitrag vom 12.5.) zu lesen ist, „selbst der Pfad der Originalität wurde verlassen und teilweise dafür geopfert“. Ich wollte den absolut rostfreien Amazon für die Ewigkeit! So hätte es vollkommen genügt bestimmte Bereiche nur partiell zu ersetzten, z.B. nur die Enden der Schweller in Ordnung zu bringen, also den Bereich von der Sicke im Schweller am Ende der Tür bis zum Radlauf. Ich aber habe selbst Teile ersetzt wenn sie nur einen Hauch Rost hatten, so habe ich die kompletten Außen- und Innenschweller sowie die Kotflügelstehbleche ersetzt, obwohl es genügt hätte an diesen nur die Hohlprofile mit Schraubleiste, die es damals noch neu gab, einzuschweißen. Würde ich heute noch mal so einen Aufwand betreiben? Eindeutig nein! Daher mein Rat an Neulinge, erhaltet so viel wie möglich von der Originalsubstanz eures Fahrzeugs!

Nach dem Unfall mit dem Schaustelleranhänger hing die linke Endspitze nur noch in Fetzen am Amazon! So musste ich statt raustrennen und einschweißen die neue Endspitze nur bohren, neu lackieren und anschrauben.

Der Radkasten stößt etwa 6-7cm vom Radlauf auf das Seitenteil und hat dann mit ihm die gleiche Form, die beiden Teile wurden/werden dann am Radlauf im Punktschweißverfahren verbunden. Mit meiner Methode entsteht ein Hohlprofil das jederzeit kontrollierbar ist. Zum Verständnis habe ich mal eine Freihandskizze gemacht die einen Schnitt durch den unteren Bereich von Seitenteil und Radkasten im Original zeigt und wie es heute ist. Der Klebebandstreifen im zweiten Bild zeigt diesen Teil.

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Fortsetzung folgt!
Editiert am Sun 6. Jun. 2021, 15:47:41 von Börnaut

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Hallo Bernhard,


so, nun melde ich mich auch einmal zu deiner schönen Geschichte bzw. die deiner Amazone.
Ich wollte mir erst einmal die Zeit nehmen und deine Beiträge in Ruhe lesen, mit hoffentlich auch nur ansatzweise so viel "Mühe" wie du beim Schreiben hattest. Das ist deine Geschichte einfach wert.

Zum Geschriebenen:

Ich bin sehr froh, dass du als "alter Hase" nicht nur von deinen Erfolgen, sondern auch derer Miss berichtest. Gerne bekommt man als "Junger Schrauber" von Älteren das Gefühl vermittelt, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gegessen und in ihrem Leben niemals einen Fehler (an ihrem KFZ) gemacht. Zum Glück ist unser Forum davon so gut wie ausgenommen und dein Bericht unterstreicht dies nochmals. Als junger Oldtimer- Verrückter fühlt man sich so richtig wohl und muss auch keine Angst haben die Fehler einmal selbst zu durchleben bzw. "zuzugeben". Ich glaube viele neuregistrierte Volvoniacs aus jüngster Zeit (Georg und co.) können mir da zustimmen.

Ansonsten bin ich natürlich begeistert mit welcher Hingabe und Zeit und Geld du deine Amazone zu DEINER Amazone gemacht hast. Nicht zuletzt ist das glaube ich ein Grund dafür, dass deine Zone gerne mal als die "Beste" bezeichnet wird. Zumindest kamen solche Kommentare beim Buckeltreffen in Weimar/Erfurt aus einigen Ecken

Das natürlich so viel Arbeit in deiner Zone steckt (ich komme auf bisher 5 mal "neu aufgebaut")
hätte ich trotzdem nicht erwartet. Aber das unterstreicht deine Konsequenz.

Das bestätigt aber auch, dass jeder sein Auto so zu "seinem" machen sollte, wie er es für richtig hält. Beim meinem PV444 wurden ja auch die originalen Kedern an Kotflügeln durch Eigenkonstruktion (technisch wie optisch) ersetzt. Genau so wie ich es möchte und für sinnvoll erachte. Das dann sowohl Zu- als auch Wiederspruch für so eine Aktion kommt: "so what!"

Ich freue mich auf jeden Fall, dass du dir die Zeit nimmst und uns allen an eurer Geschichte (du und deine Zone) teilhaben lässt.

Ich wünsche dir noch viele schöne Jahre mit deinem Amazon und hoffe, dass man euch beide mal in nächster Zeit wieder an einem Treffen vorfindet.


Allzeit gute Fahrt und beste Grüße


Marius

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Nur noch ein Rostproblemchen!

Das zweite Rostproblem und eigentlich nur ein Problemchen, die Profile unten an den Türen in denen die Türdichtungen sitzen. Wie man sieht kam es irgendwann, vielleicht schon beim Montieren der Dichtungen vor vielen Jahren, zu kleinen Beschädigungen, die dann mit der Zeit dieses Ausmaß angenommen haben. Natürlich wurden diese Ecken bei jeder Wagenwäsche gründlich gesäubert, aber erst als er mal ganz oben mit offenen Türen auf der Hebebühne stand, sah ich die Bescherung.

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Dieses Profil gibt es neu bei Buttkereit als Meterware von der Rolle und entspricht in seiner Form exakt dem Original. Aber es kommt gerollt und mit der Zange abgekniffen in der bestellten Länge plus einigen Zentimetern mehr und muss erst mit viel Mühe gestreckt, gebogen und in Form gebracht werden. Aber mit Geduld, Augenmaß und der ausgebauten Tür als Lehre geht das sehr gut.

Diese Profilleisten wurden bei der Fertigung des Amazon im rollschweißverfahren angebracht. Deutlich sieht man den länglichen Schweißpunkt am rechten unbeschädigten Teil. Nicht so schön hier, aber original ab Werk, der Versatz und der Abstand zwischen den einzelnen Stücken von denen es pro Tür 4 Stück gibt.

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Während es in der Fertigung der Fahrertür vollkommen gereicht hat dass damals der Ingwar beim anschweißen der Profile nur ca. alle 10-12cm aufs Knöpfchen gedrückt hat, meinte es der Eric mit der Beifahrertür besonders gut und drückte doppelt so oft drauf. Jahrzehnte später ist es dann doppelt so mühsam für den der das in Ordnung bringen möchte.
Gefühlvolles vorsichtiges wegschleifen der Schweißpunkte ein Muss!

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Erste Anprobe der fertig gebogenen Leisten (die alten sind noch dran), davor Rostbrösel der alten Leiste!

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Die Türen waren in den achtziger Jahren neu reingekommen, aber unter den Leisten war nie mehr als das bisschen Tauchgrundierung vom allerersten Arbeitsschritt der Werkslackierung. Weder Originallack noch irgendwas anderes ist bei späteren Arbeiten jemals noch bis dorthin eingedrungen. Kein Besitzer hat in den ersten Jahren daran gedacht etwas schützendes hinzupinseln und so wird dieser Bereich vermutlich bei allen Amazon gleich aussehen. Ich hatte vor Jahren, als ich den Rost entdeckt hatte, etwas Oxyblock hin gepinselt um das weiterrosten zu verlangsamen.
Die ganzen Macken kommen vom rumhantieren beim abtrennen der Leisten!

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Die neuen Leisten wieder wie original anschweißen war kein Option, ihre lichte Weite innen beträgt gerade mal 6,5mm. Bohren und WIG-Schweißen ginge sicher, aber ich habe weder ein Gerät zur Verfügung noch habe ich Erfahrung damit. Seitlich Punkte setzen wie es andere schon gemacht haben eben so wenig, ich habe kein Schutzgasschweißgerät mehr und es ist mir zu ungenau. Also nieten oder verschrauben, ich habe mich fürs verschrauben mit M3er Senkkopfschräubchen in Edelstahl entschieden!

Bohren der Leisten zusammen mit der Tür, die Bohrungen sind noch nicht gesenkt. Der Abstand zur nächsten Leiste beträgt gegen vorher nur noch 1mm und auch kein Versatz mehr!

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Die fertige Leiste, obwohl es egal ist und es kein Mensch jemals sehen wird, gleichmäßige Abstände zwischen den Schräubchen müssen sein  ! Der Hauch Rost an den schon seit Jahren rum liegenden Rohlingen geht beim Verzinken weg.

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Fertig zum gelb verzinken!

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Fortsetzung folgt!

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Schöne Arbeit Bernhard,

noch eine Ergänzung zu Deinen Überlegungen: Richtig wäre Punktschweißen wie original, aber so ein Gerät hat ja nicht jeder Zuhause. WIG Schweißen geht nicht, weil der Lichtbogen den kürzesten Weg nimmt, sprich das Profil oben wegschmilzt bevor der Grund vom Profil warm wird. MIG (Schutzgas) Schweißen mit vorher Loch bohren geht, aber mühsam dann mit dem kleinen Trennschleifer den Scheißpunkt zu putzen. Wo es geht, kann man MIG von innen durch Löcher im Boden schweißen.

Nieten (Stahl, nicht Alu wegen Galvanik) würde ich nicht machen, weil der Kopf nicht versenkt werden kann und an Schrauben hab ich bisher gar nicht gedacht. Aber das Thema steht bei mir demnächst auch wieder an und da wird es eine Option.

Viele Grüße,
Jürgen

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Es wird Zeit das ich eure Beiträge mal kommentiere! Was ich bisher eingestellt habe war bis auf noch mal Korrektur lesen und die Fotos einsetzen größtenteils fertig.

Fangen wir beim letzten an, mit dem von Jürgen!

@ Jürgen
Schöne Arbeit Bernhard,...

Vielen Dank Jürgen! Halb so viel Arbeit, halb so gut würde sicher auch genügen, genügt aber meinen Ansprüchen nicht. Obwohl ein bisschen dünn drüber auch reichen würde, sollen meine Nachkommen doch später sehen wie sie klar kommen. Aber egal was ich mache, ich meine es müsste möglichst alles immer für die Ewigkeit sein?

@
noch eine Ergänzung zu Deinen Überlegungen: Richtig wäre Punktschweißen wie original, aber so ein Gerät hat ja nicht jeder Zuhause.

Außer einem Schnitt- und Stanzenbau haben Automobilhersteller auch einen Schweißmaschinenvorrichtungsbau, in denen genau auf den jeweiligen Prozess abgestimmte Werkzeuge gebaut werden. Mit den einfachen Punktschweißzangen wie sie Karosseriewerkstätten haben ginge das anschweißen der Leisten sicher nicht.

@
WIG Schweißen geht nicht, weil der Lichtbogen den kürzesten Weg nimmt, sprich das Profil oben wegschmilzt bevor der Grund vom Profil warm wird.

Wieder was gelernt, wie geschrieben fehlen mir die Kenntnisse.

@
MIG (Schutzgas) Schweißen mit vorher Loch bohren geht, aber mühsam dann mit dem kleinen Trennschleifer den Scheißpunkt zu putzen.

Das waren auch meine Gedanken!

@
Nieten (Stahl, nicht Alu wegen Galvanik) würde ich nicht machen, weil der Kopf nicht versenkt werden kann und an Schrauben hab ich bisher gar nicht gedacht. Aber das Thema steht bei mir demnächst auch wieder an und da wird es eine Option.

Alunieten in Stahlblech, elektrochemische Spannungsreihe, das wäre nicht gut gegangen! Von daher halte ich die Lösung mit den VA-Schräubchen in diesem Fall für die Beste.

Und dann noch, das muss jetzt einfach sein Jürgen!
Frage vom Meister an den Lehrling am Ende des Schweißlehrgangs und nach Abgabe seines Wochenberichts: „Wie wird geschweißt?“ Nachdem der Azubi ihm das Schweißen ausgiebig erklärt hatte, meinte der Meister nur: „Sehr schön mein Lieber, aber es wird mit „w“ geschweißt!“ Jürgen du hast, „dann mit dem kleinen Trennschleifer den Scheißpunkt zu putzen“ geschrieben. Aber das kommt immer wieder mal vor und passiert immer wieder, daher nichts für Ungut. Ich war übrigens der Lehrling damals  !

Danke Marius für deine netten Worte!

@Marius
Ich bin sehr froh, dass du als "alter Hase" nicht nur von deinen Erfolgen, sondern auch derer Miss berichtest. Gerne bekommt man als "Junger Schrauber" von Älteren das Gefühl vermittelt, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gegessen und in ihrem Leben niemals einen Fehler (an ihrem KFZ) gemacht.

Es war nie meine Absicht zu schreiben, „schaut her Leute, das sind meine Verbesserungen, nur wer so arbeitet wird einen schönen Amazon haben“. Man kann auf dreierlei Wege schlau werden! Erstens durch Nachdenken, das ist der Edelste, zweitens durch Nachahmen, das ist der Leichteste, und drittens durch Erfahrung, das ist der Bitterste. Erfahrung ist die Summe aller Fehler! Man darf nicht vergessen, dass das was hier bis jetzt von mir geschildert wurde zum großen Teil vor 20-40 Jahren passierte!

@
Nicht zuletzt ist das glaube ich ein Grund dafür, dass deine Zone gerne mal als die "Beste" bezeichnet wird.

Danke, das meinst du und das haben andere schon gesagt, aber das wäre vermessen! Um bei dem Amazon zu bleiben, es gibt viele Schöne und Schönere, spontan fallen mir die von Marc (Sparelch) und Rene´ (123GT) ein.

@
Das bestätigt aber auch, dass jeder sein Auto so zu "seinem" machen sollte, wie er es für richtig hält. Das dann sowohl Zu- als auch Wiederspruch für so eine Aktion kommt: "so what!"

Genauso ist es, es ist mein Auto und ich richte es mir so her wie es mir gefällt! Allen Jüngern und Anbetern der Originalitätsgurus zum Trotz!

@Geandu
Da mir die Geschichte sehr bekannt vorkommt habe ich in meiner Volvo Hefte Sammlung nachgesehen und dein Auto gefunden.

Richtig Gerhard, noch mit der alten Nummer! Ein bekannter Volvo-Buchautor, dessen Namen ich hier nicht nennen darf, arbeitete damals in Mainz beim VF-Verlag, dem Verlag der die Oldtimer Markt und die Oldtimer Praxis rausgibt. Warum also den Redakteur und den Fotografen irgendwo in der Weltgeschichte rumschicken, wenn es einen Typ mit Amazon vor der Haustür gibt? Die schauen auch aufs Geld! Der Amazon war dreimal in der Markt bzw. in der Praxis, einmal als Titelgeschichte und zu anderen Themen wie „die 10 besten Alltagsklassiker“ usw. und einmal in der Motor Klassik. Geld gabs dafür nie, die rechnen damit dass es genug Deppen gibt die Happy sind wenn sie mit ihrer Karre in einem Oldimagazin erscheinen. Als der Herr Chefredakteur der Markt 2006 wegen „50 Jahre Volvo Amazon“ wieder mal anrief, habe ich ihn gefragt wieviel Gage es denn gibt? Es war dann kein roter Amazon aus Mainz in der Jubiläumsgeschichte sondern ein blauer Viertürer aus der Nähe von Frankfurt.

@Lars (Zwozwozwo) von 20.5.
danke für die fesselnden Anekdoten! Jetzt müsste sie nur noch ein begnadeter Zeichner wie Brösel in Bilder fassen, ….

Ja wäre sicher lustig Lars! Stell dir nur meine Mimik und Gestik bei den Unfällen vor, oder als der Kleine beim LKW-Anhänger Unfall mit hochrotem Kopf heulend und schreiend mit Opas Fäustel aus dem Hof gerannt kam und auf den LKW eindreschen wollte. Das alles verarbeitet in einem Comic von Brösel!


Beste Grüße Bernhard


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