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Die fünfte Neulackierung ...

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In der Lackiererei!

Sehr gut finde ich, dass nur ein Lackierer für ein Fahrzeug zuständig ist, dieser kümmert sich um das Fahrzeug von der Anlieferung bis zur Abnahme durch den Kunden. Jeder der Mitarbeiter kann alles, muss alles können und so war einer der Lackierer in der Zeit in der mein Amazon dort war damit beschäftigt einen fertig lackierten, ursprünglich normalen VW-T2 Bus, zum Westfalia-Camper um- und zusammen zubauen. Schwierigkeiten und Probleme beim Zusammenbau werden, so konnte ich beobachten, mit dem Chef und den Kollegen besprochen und gemeinsam Lösungen gefunden und nicht drauf los gepfuscht. Fast jeden Tag hatte der Chef Fotos von den Arbeiten gemacht und mir per E-Mail zu gesendet. Zu jedem Wochenanfang und vollkommen in Ordnung für mich kam eine Rechnung mit der die Arbeiten der vergangenen Woche beglichen wurden. Wieviel Handwerksbetriebe sind schon an fertigen rumstehenden Aufträgen die nicht beglichen wurden und unbezahlten Rechnungen sitzen geblieben und zu Grunde gegangen? Mit jedem Tag wurde mir bewusster, dass meine Entscheidung meinen Amazon nach Schwäbisch-Hall zu bringen, die Richtige war!

Nachdem die Entscheidung getroffen war die Seitenteile zu wechseln gings richtig los! Viele Amazon waren/sind häufig an den gleichen Stellen marode, eine davon ist oft unterhalb der Rückstrahler, dort wo die Seitenteile, das Heckblech und der Kofferraumboden miteinander verbunden sind. Eindringendes Wasser und Schmutz über marode Rücklichtgummis und Rückstrahler verrichteten hier mit der Zeit ihr zerstörerisches Werk. An meinem war aber alles in Ordnung und das originale Heckblech konnte drin bleiben.

Zwischendurch noch! Bei der Teillackierung nach dem zweiten Unfall 1999, hatte ich den Motorraum mitlackieren lassen. In meinem Beitrag vom 19.5. weiter oben hatte ich geschrieben: „Eigentlich war der Motorraum schon sehr schön, aber ich wollte ihn noch perfekter haben, eine Entscheidung die ich wenige Monate später bereuen sollte.“ Damals dachte ich, wenn du dein Auto in die angeblich beste Lackiererei von Mainz bringst und der Sohn von Cousin Karl-Heinz dort arbeitet, dann kannst du nichts falsch machen? Ein Fehler wie ich wenige Monate später feststellen musste, im ganzen Motorraum bekam der Lack Risse, rollte sich nach oben und platzte ab. Reklamiert hatte ich nicht, denn was hätte es geändert? Der Chef des Ladens hätte mit seinem selbstgefälligen arroganten Grinsen vermutlich gesagt, „kein Problem bringen sie ihn vorbei und wir bringen das in Ordnung“, wohlwissend dass ich den Motorraum nicht noch mal leergeräumt hätte.
Der Motorraum sah also übel aus, dort den ganzen alten Lack zu entfernen wäre sehr arbeitsaufwendig und würde viele Stunden kosten meinte der Chef in Schwäbisch-Hall. Wenn ich Lust hätte könnte ich das selbst machen und so Kosten sparen? Ich habe mir an dem Tag als ich die Seitenteile anlieferte in einem Gasthaus ein Zimmer genommen und an zwei Tagen mit einem Profiheißluftfön und verschiedenen Spachteln den Motorraum von den alten Lackschichten befreit. Eine mühsame Arbeit die nur noch durch Unterbodenschutz entfernen übertroffen wird!

So sah es im ganzen Motorraum aus (ruhig mal größer machen), zum Heulen!

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Der Amazon bei Andreas in der Spenglerei, das rechte Seitenteil ist schon ausgebaut. Heiko, der für meinen Amazon zuständige Lackierer, hatte schon fleißig vorgearbeitet, an den Einstiegen und Seitenfenstern ist schon alles blank. In der Zeit in der Andreas mit den Seitenteilen zu tun hatte, hat Heiko an Türen, Frontmaske, Kotflügel und den Hauben gearbeitet. Kein Stillstand, keine unnötige Unterbrechungen, ein angefangenes Projekt wird durchgezogen!

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Das rechte Seitenteil uralt und wie alle Blechteile nur grundiert, war über die Zeit durch mehrere Hände gegangen und durch falsche Lagerung schon etwas angerostet. Es lag Jahrzehnte rum bis es mir ein netter Altvolvofahrer und Volvoniac geschenkt hat. Innen wurde alles blank gemacht und für eine lange rostfreie Zeit hergerichtet.

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Innenraum, Kofferraum, Unterboden und glänzende Achsen mit roten Federn und Stoßdämpfern wurde alles schon mal gemacht und bleiben so!

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Die Türen wurden zur Kontrolle immer wieder mal angebaut, die Beifahrerseite ist schon fertig, das linke Seitenteil ausgebaut. Um die Frontscheibe usw. ist schon alles blank, wurde aber noch weiter bearbeitet, das Dach ebenso.
Im Hintergrund der Teil der Werkstatt für die Montage der fertig lackierten Fahrzeuge, das kleine schwarzrote Fahrzeug mit den beiden Beulen im Dach ist der im letzten Beitrag erwähnte seltene Fiat. Alle Bereiche sind voneinander getrennt, die Spenglerei, die Lackvorbereitung, die Lackierkabine und die Zusammenbau- bzw. Finishhalle.

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Das linke Seitenteil war in einem wesentlich besseren Zustand als das Rechte! Perfekte Spaltmaße, die Sicken unten an den Schwellern wieder sichtbar und die ehemals verschraubten Endspitzen wieder verschweißt.

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Wo die Form nicht 100% stimmt wird aufgezinnt! .......... Andreas der Karosseriespengler an der gleichen Stelle rechts beim zinnen!

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Fortsetzung folgt!

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Hallo Bernhard

Gibt es denn an diesem "Bausatz" noch eine Schraube oder ein anderes Teil das "DU" nicht schon mal in der Hand hattest oder sonstwie bewegt hast???

LG
Joachim
Editiert am Tue 26. Oct. 2021, 13:48:40 von Dansjoe

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In der Lackiererei!

Noch viel zu tun!

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Nein das ist kein Silbermetallic, alles blankes Blech  ! ....... Der Aufbau der neuen Lackierung beginnt, grundieren, füllern, schleifen, schwarz annebeln, schleifen ...!

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Türen, Hauben und Kotflügel in der Lackierkabine vor der abschließenden Grundierung, dann nur noch einmal nassschleifen. Der Motorraum schon fertig und die Radkästen mit neuem Steinschlagschutz!

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Na, wenn die Grundierung schon so einen tollen Glanz hat?

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Fertig!!
Die Türen, Motorhaube, Kofferdeckel und die Kotflügel schon vor der Lackierkabine! Heiko der Lackierer und das ganze drum rum spiegeln sich im Kofferraumdeckel!

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Die Karosserie und die Kleinteile noch in der Lackierkabine! Rechts die acht Türscharnierhälften und ein Kofferdeckelscharnier, eins der Originalen war durch die Drehstäbe verschlissen!

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Keine Abklebekanten, jedes noch so kleine Teil wurde für sich lackiert!

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Fertig zum abholen!

Fortsetzung folgt!

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29.3.2019, er ist wieder zu Hause!

Unser Sohn arbeitet bei einer Firma deren Sitz und Produktionsstätte sich in Heidenheim a. d. Brenz in Baden-Württemberg befindet. Am 29.3.2019, einem Freitag, bekam ich einen Anruf von ihm, dass er zu einem Termin in der Firma war und auf dem Nachhauseweg in Schwäbisch-Hall vorbei gefahren wäre. „Ich bin zu einem Schwätzchen und ner Tasse Kaffee hier bei Stefan, der Amazon ist fertig, was hältst du davon wenn ich seinen geschlossenen Anhänger nehme und ihn mitbringe?“ Der gute Junge  !! Ich hatte schon vor Augen, dass beim Abholen mit einem offenen Anhänger etwas von einem anderen Fahrzeug wegfliegt und der Amazon schon mit einer Macke zu Hause ankommt, außerdem hatte es Kosten gespart.

Das Schwätzchen dauerte dann doch etwas länger und es war schon 22 Uhr als er auf den Hof fuhr! Der Amazon, fast schon etwas verloren in diesem Riesenteil!

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Wieder zu Hause!

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Sonntags bei schönem Wetter habe ich ihn in den Hof geschoben um ein paar Fotos zu machen. Im mittleren Bild im Hintergrund die Einfahrt zu meinem Schrauberdomizil!

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Und so nebenbei mal! Gegen die mit allem Schnickschnack überladenen modernen Karren hege ich eine gewisse Skepsis, muss aber jetzt mal ein ganz dickes Lob loswerden! Da es schon sehr spät war und unser Sohn noch ein ganzes Stück bis nach Hause hatte, hat er mein Auto genommen und ich habe den Anhänger mit seinem Dienstwagen, einem BMW 320 Kombi, am nächsten Tag zurück gebracht. Der Anhänger war zwar jetzt leer, aber ich schätze sein Leergewicht auf 600-700kg mit dem CW-Wert eines Garagentors. Im Rückspiegel sah es auf jeden Fall so aus als wenn man von einem Scheunentor verfolgt wird. Dieser BMW mit 2L Diesel, 190PS mit über 400N/m Drehmoment und Siebengangautomatikgetriebe zog die Fuhre in der Ebene im höchsten Gang bei 90km/h mit 1400U/min, auf der Hinfahrt Wochen vorher mit offenem Anhänger und Amazon genauso. Sehr beeindruckend , ebenso die Beschleunigung und die Zwischenspurts bis über 200km/h auf dem Nachhauseweg  !

Fortsetzung folgt!

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Der Zusammenbau!

Mein Hallenboden frisst Schrauben!
Es war höchste Zeit dass ich den Amazon noch mal gemacht habe, denn meine Gischtkrallen werden mit zunehmendem Alter immer steifer. Kleinteile wie Schräubchen usw. fallen einem immer öfters zu Boden, springen dreimal auf, rollen weg und bleiben, wenn man Pech hat, erstmal spurlos verschwunden. Wenn man genug davon hat nimmt man das nächste, aber wenn es ein Originalteilchen ist schiebt man das Auto zurück, hebt alles mögliche an, kriecht auf dem Boden rum und sucht.

Die Kotflügel mussten noch mal ab, denn es war noch keine Dichtmasse dazwischen, außerdem kommt man nur noch so an die Schrauben der Türen um sie durch die richtigen zu ersetzen. Nein, das ist keine halbe Arbeit, "Innenraum, Kofferraum, Unterboden und glänzende Achsen mit bunten Federn und Stoßdämpfern wurde alles schon mal gemacht und bleiben so" hatte ich weiter oben geschrieben! Die Achsteile wurden 1987 gestrahlt, im Flammspritzverfahren verzinkt und lackiert, flammgespritzte Teile sind gut für die Ewigkeit, da rostet bis heute nichts. Das was man sieht ist Wachs mit Staub und Schmutz der Jahre und bleibt so, denn irgendwann isses auch mal gut! Nur die Spurstangen hatten etwas Rost und sind, wie alle anderen Verschleißteile der Achse, 2020 ersetzt worden.

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Und nein, die Schrauben sind nicht vergoldet, original waren sie blau verzinkt (Chromoptik) und mitlackiert, diese wurden zusätzlich noch chromatiert (Goldoptik) was etwas länger hält. Ich hatte eine größere Menge Teile verzinken lassen und welche nach Schwäbisch-Hall geschickt, während sie im linken Bild verschiedene 5/16" Schrauben genommen hatten, sind die im zweiten Bild mit Bund jetzt die Richtigen, auch die Türdichtungen sind schon montiert.

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Die Scharnierhälfte an der Tür wird mit Senkkopfschrauben mit Kreuzschlitz befestigt und wer schon mal an einem Amazon geschraubt hat, weiß, dass diese bombenfest sitzen und die Kreuzschlitze oft vermurkst sind. Die Türen werden leer angeschraubt und ausgerichtet, manchmal muss man sie aber, wenn alles eingebaut ist oder wenn die Scharnierbolzen verschleißen, noch mal nachjustieren. Eine einfache Abhilfe und für kleines Geld zu haben, sind 5/16“ Senkkopfschrauben mit Innensechskant! Während das rumhantieren in diesem beengten Raum, auch wenn neue Kreuzschlitzschrauben verwendet wurden, in Quälerei ausarten kann, hat man bei Verwendung von Innensechskantschrauben reichlich Platz. Ein 3/16" Innensechskantschlüssel kostet ebenfalls nicht viel und ich empfehle die Verwendung einer kurzen Verlängerung, also einem Stückchen Rohr damit die Schrauben ordentlich fest sitzen. Weiterhin ist es wichtig beim zerlegen auf diese im Foto zu sehenden Unterlegteile zu achten, oft bleiben sie in den Scharnieren hängen oder gehen sonst wie verloren.
Ob lackierte Kreuzschlitzschrauben wie original oder chromatierte mit Innensechskant wird keinen interessieren oder wird jemals einer in diese Ecken schauen. Reichlich Platz und keine Verrenkungen! Zweites Bild von rechts, Rohr ganz rein zum festziehen, rechts nur ein Stück zum lösen.

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Ein weiteres Ärgernis sind hängende Türen durch verschlissene Scharniere! Die Schmiernuten die ab Werk an den Scharnierbolzen waren, sind so flach dass sie nach dem Lackieren schon fast zu waren. Kaum ein Autoschlosser hat bei den Inspektionen oder der Besitzer etwas da hin gesprüht oder geschmiert und wo es gebraucht wurde kam nicht wirklich was hin, Dreck und Rost setzten die Schmiernuten mit der Zeit dann vollends zu. Ergebnis, verschlissene Scharniere und hängende Türen, die Fahrertür durch festgerostete und gerissene Bolzen oft um Zentimeter, so dass man sie regelrecht ins Schloß heben musste. Originaler Ersatz ist und war teuer und man baut/e den gleichen Mist wieder ein. Abhilfe schafft hier das rausschlagen der alten Bolzen was aber nur in den seltensten Fällen gelingt, denn die Bolzen sitzen durch ihre Verzahnung und Rost bombenfest, sind sie gerissen ist es gar unmöglich. Dann nutzt nur noch glühen des ganzen Scharniers mit dem Schweißbrenner damit der harte Bolzen weich wird und ausgebohrt werden kann. Dann die beiden Hälften aufbohren und reiben auf ein anderes Maß und Anfertigen von passenden Bolzen auf der Drehbank.


Ein Scharnier aus meinem Fundus, man sieht die Schmiernute am Bolzen und die Verzahnung oben.

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Fortsetzung folgt!
Editiert am Wed 12. Jan. 2022, 7:23:32 von Börnaut

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Der Zusammenbau!

Meine Lösung seit vielen Jahren! Die Bohrung in den beiden Scharnierhälften auf ein anderes Maß bearbeitet, passende Bolzen auf der Drehmaschine angefertigt, auf der Fräsmaschine Schmiernuten gesägt, hartverchromen lassen und auf Maß geschliffen. Vorteil des Hartverchromens, kein Verschleiß und bei mangelnder Schmierung oder langer Standzeit kein zusammenrosten der Bauteile. Verschleiß und hängende Türen seit Jahrzehnten nicht messbar!

Januar 2019, die überarbeiteten Scharniere nach mehr als 30 Jahren am Amazon. Bei der Lackoptik gehe ich davon aus, dass sie bei einer der Lackierungen vorher mal nur gestrichen wurden. Und rechts vor wenigen Tagen aufgenommen, das senkrechte rote ist das Röhrchen der Schmiermitteldose das in der Schmiernute steckt. Eine weitere Verbesserung für mich aber nicht unbedingt notwendig, ich werde die Senkkopfschrauben durch welche aus Edelstahl ersetzen.

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Ja stimmt, ich habe die Kenntnisse und kann so was anfertigen und das kommt schon etwas aus der anspruchsvolleren Schrauberecke! Aber wir haben hier eine Handvoll Leute die ebenfalls die Fähigkeiten und einen kompletten eigenen Maschinenpark haben. Vielleicht haben sie schon andere Ideen verwirklicht, so habe ich schon Scharniere mit Schmiernippeln gesehen. Heute würde ich die Bolzen hohlbohren mit 3 kleinen Querbohrungen 120° versetzt auf verschiedenen Höhen im mittleren Scharnierteil, denn nur da muss geschmiert werden, während sie im oberen und unteren Teil festsitzen sollten. Und was Kenntnisse betrifft, wir haben hier Leute die freiprogrammierbare Einspritzanlagen in ihren Amazon bauen, oder Getriebe anderer Hersteller, andere nehmen mit elektronischen Spielereien alle möglichen Werte irgendwo ab und können sie während dem Fahren auf ihrem Handy kontrollieren. Jeder backt die Brötchen die er am besten kann!

Hier kostet ein Scharnier als dreiteiliger Satz 82 Euro, für eine Tür also 164 Euro und man muss sie noch selbst zusammenbauen, die Bolzen reindreschen. Für dieses Geld findet der Unkundige auch jemanden der ihm die alten Scharniere überarbeitet.

https://www.buttkereit-onlineshop.de/de/amazon-p-120-130-220/karosserie/tueren-schloesser-...

Eine kleine Geschichte noch! 1982 kostete ein Scharnier etwa 75DM und ich war bereit die 300DM dafür auszugeben. Viel Geld für etwas so einfaches, denn ein Scharnier für ein Gartentor sah auch nicht anders aus! An einem Samstagmorgen war ich mit dem VW-Käfer meiner Frau beim Volvo-Händler und sollte 50% für die bestellten Teile anzahlen. Der Käfer aber verhinderte dass ich so viel Geld für so wenig ausgegeben habe, mein Geldbeutel lag in seinem Handschuhfach und das war durch nichts zu bewegen aufzugehen. Alle Versuche schlugen fehl und ich bin unverrichteter Dinge wieder nach Hause gefahren. Erst danach machte ich mir Gedanken wie man die alten Scharniere weiter verwenden könnte und fing die Woche darauf an meine Ideen umzusetzen.
Dank dem braven Käfer  !

Die originalen Fensterführungen, also diese U-Förmigen Schienen, bestehen aus dünnem 0,6mm Blech und waren mit einem Gewebe und einer Art Bitumen umhüllt (Bild 1 und 2). Die beiden Teile die mit kleinen Alunieten befestigt sind, waren alle lose und die Bohrungen und Nieten ausgeleiert. Die Nietverbindungen verschleißen und schlagen durch das hoch und runter kurbeln der Scheiben über viele Jahre aus. Wer schon mal einen unrestaurierten Amazon zerlegt hat, hat festgestellt dass die Führungen schlimm aussehen. Sie fristen in den Tiefen der Türen unbeachtet ihr Dasein und obwohl sie an meinem schon mal erneuert wurden, 1987 oder 1992 gab es noch Originalteile, hatten sie trotz diesem Teerzeug Rost und an einem schon kleine Rostlöcher. Ich habe alles mit Teppichmesser und Reinigungsbenzin sauber gemacht, die Nieten aufgebohrt und die Teile (Bild 3) verzinken lassen, man sieht am unteren Teil die ausgeschlagenen Bohrungen der Nieten, auf Bild 4 sind sie fertig lackiert. Auf Bild 5 mit neuen eingeklebten Führungen sind sie fertig zum Einbau, dazu ist es aber nicht gekommen, denn die ganze Arbeit war für die Katz. Wenn zwischen ausbauen, wieder herrichten und einbauen viele Wochen liegen, dann macht man auch mal Fehler und vergisst wie die Dinger genau aussehen müssen, sollten. Es hatte seinen Grund warum man original kleine Nieten genommen hatte, die Schräubchen waren zu dick und die Scheiben gingen dadurch zu schwer hoch und runter kurbeln. Also alles wieder zerlegen, blank machen und die Teile, da alles sehr dünn und empfindlich ist, im WIG-Verfahren vom Fachmann anschweißen lassen. Ich hätte die Teile gerne wieder vernietet und kurze 3mm Nieten bekommt man problemlos, aber keine Nietzange mit der man in die schmalen U-Schienen gekommen wäre. Ich habe (Bild 6) noch ein zweites Paar Schienen, auch diese waren grottig, rostig und hatten auch schon etwas lose Nietverbindungen. Ich habe die Nieten nachgeschlagen und sie sitzen wieder fest, statt damals Alunieten zu nehmen wäre es besser gewesen die drei Teile zu verschweißen.

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Es gibt neue Fensterführungsschienen zu kaufen, sie kosten bei einem unserer Teilehändler 23,80 Euro das Stück, alles ist verschweißt aber sie sind nur verzinkt. Wir wissen dass verzinken nicht lange hält und so müssen sie auch noch lackiert und die Führungen eingeklebt werden. Da kann man auch die alten wieder herrichten, hat was gespart und das gute Gefühl Originalteile erhalten und selbst was für seinen Oldie getan zu haben.

Auf den Sitz der vorderen Führung und auf die Dichtung oben/hinten in der Tür hat man kaum bzw. keine Möglichkeit etwas einzustellen. Aber man sollte die untere Befestigung des Ausstellfensters und die beiden Schräubchen der hinteren Führung nur leicht beiziehen, Scheibe runter kurbeln, Schrauben noch mal etwas lösen und festziehen, damit die Scheibe spannungsfrei sitzt.

Ich verfüge weder über eine professionelle Kameraausrüstung noch über ein Fotostudio und so ist die Qualität der Fotos nicht immer die Beste. Da wird je nach Objekt, Ort und Tageszeit auch mal auf dem Küchenboden Bild 1, 2 und 5, auf dem Terrassentisch Bild 3 und 6, auf dem Autopyjama Bild 4 oder auch mal auf dem Cerankochfeld fotografiert.

Fortsetzung folgt!
Editiert am Mon 13. Dec. 2021, 15:14:31 von Börnaut

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Neue Schienen- meine hat mein Dachdecker aus Uginox gebogen
Sollten auch eine Weile halten hoffe ich.
Dein Volvo wird ja besser als neu- darf das?

Sigi
Werd scho wern

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Hallo Sigi!

@
Dein Volvo wird ja besser als neu- darf das?

Wird? Der Thread läuft doch schon seit 7.5.2021 und hatte ursprünglich den Titel:
"Heute ist ein besonderer Tag!! Denn heute vor 40 Jahren wurde mein Amazon auf mich zugelassen!"

Danach irgendwann "Die fünfte Lackierung ..."

Ich berichte also von diesen 40 Jahren mit dem Amazon und von meinen Erfahrungen, Erlebnissen, den Rückschlägen und Verbesserungen die ich im Laufe der Zeit vorgenommen habe, aber im besonderen von der letzten Lackierung. Er ist also schon zweieinhalb Jahre fertig! Inzwischen habe ich schon wieder einige Arbeiten wie z.B. das überholen der Vorderachse 2020 ausgeführt und noch einiges unvernünftiges, von dem ich auch noch berichten werde.
Ich versuche als Metaller im Rahmen meiner Möglichkeiten den Amazon zu verbessern, eigene Ideen zu verwirklichen, fahre aber immer noch mit dem alten Originalkabelbaum rum.

Besser als neu? Nein, das wäre vermessen Sigi, vielleicht ziemlich gut?

@Volvoniacs!

Schaut euch Sigis Avatar an, da sehen wir eine Fräsmaschine mit eingespanntem Werkstück. Oben im letzten Beitrag von mir kann man lesen: "Aber wir haben hier eine Handvoll Leute die ebenfalls die Fähigkeiten und einen kompletten eigenen Maschinenpark haben." Sigi ist einer von dieser Hand voll!

Grüße in die Berge
Bernhard
Editiert am Thu 9. Dec. 2021, 6:24:33 von Börnaut

Gets Around
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Quote:Börnaut 8. Dec., 12:49

Schaut euch Sigis Avatar an, da sehen wir eine Fräsmaschine mit eingespanntem Werkstück.


Oha Bernhard, ich muss dich enttäuschen, das ist ein Werkzeug, das in einen Pullmax P3 eingespannt ist, zum Blecherl klopfen.
Der Pullmax P3 ist eigentlich eine Nibbelmaschine bzw. eine Blechschneidmaschine, aber mit zentrischem Halter kann man auch Blechtreiben damit und sonst allerhand mit Blech anstellen.
In Blechklopferkreisen nennt man das Ding auch "schweizer Taschenmesser für Blech".
Musst mal gucken Tante Gockel hat da Bilder dazu und auch Videos was so geht

Aber nicht zu lange schauen, sonst kaufst dir sowas auch noch

Beste Grüße
Sigi

PS: trotdem ist deine Amazone seeeehr schön! So schön ist unserer leider nicht ganz..

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Sigi!

Ich war der Meinung ich würde einen Ausschnitt von einer Vertikalfräsmaschine sehen! Spannvorrichtung mit Spannzange und Werkstück unten, Vertikalkopf mit zweiter Spannzange und zweitem Werkstück oben weil du was ausrichten willst? Im Hintergrund die hell und dunkelgrauen Teile, der Ziehhamonicaschutz der senkrechten Führungsbahnen, die Avatatbilder sind eben sehr klein.
Aber du hast doch Maschinen, wie sonst hast du die Formen für die Teile die du gegossen hast gebaut?

Und siehe da: Gleich der erste Film auf YouTube ein Volltreffer, anfertigen von Olditeilen auf verschiedenen Pullmäxen.

Vergessen!! https://www.youtube.com/watch?v=EBdwCQ5l0eE

@
Oha Bernhard, ich muss dich enttäuschen,...

Keineswegs Sigi, wer mit einem Pullmax umgehen kann der hatts drauf!

Voller Bewunderung was man mit einem Pullmax alles machen kann und was die Leute so drauf haben

Bernhard
Editiert am Thu 9. Dec. 2021, 18:15:10 von Börnaut

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Öh ja, am "damit umgehen können" arbeite ich noch immer
Ja, hab schon andere Maschinen auch noch, aber das gehört nicht hierher in deinen schönen Thread.
Sigi

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Lieber Bernhard,
meine Amazone wird wohl nie so high end sein wie deine und die Fähigkeiten wie du habe ich auch nicht. Aber als gewissermaßen Amateur geben deine Bilder und Texte sooo viel Wissen und Einblick wieder, das ich mir mal ein dickes Dankeschön nicht verkneifen kann. Ich werde weiter lesen...
Viele Grüße
Ansgar
Wer schraubt, der lebt. Wer fährt, genießt. Also schraube um zu fahren!

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Hallo Ansgar!

@
meine Amazone wird wohl nie so high end sein wie deine ...

Na ja, dafür befindet sich dein Amazon, obwohl einige Jahre älter, in einem sehr guten Originalzustand!

Beste Grüße
Bernhard

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Der Zusammenbau!

Kaum ein restaurierter Amazon wird noch originale Spiegel dran haben, meistens wurden sie durch welche vom 140er ersetzt. Der Spiegel ist der gleiche, aber der Fuß war zierlicher und kürzer und hatte (Bild 1 unten) eingegossene M6er Gewindebolzen, während der 140er Spiegel mit Blechschrauben befestigt wurde/wird. Weil ich Blechtreibschrauben nicht mag, habe ich M6er Linsensenkkopfschrauben aus V2A durch den Spiegelfuß gesteckt und von innen verschraubt. Das verhindert nicht nur Rost, sondern macht es Langfingern schwerer sie einfach abzuschrauben. Als ich die Spiegel abgenommen hatte konnte ich sehen dass das Blech in diesem Bereich in die Spiegel reingezogen war, die Tür hatte also zwei kleine Beulen nach außen. In der Lackiererei hatte der Spengler das in Ordnung gebracht, bei der Montage aber hätte ich vielleicht wieder zwei Beulchen nach außen gezogen. Der Spiegelfuß ist in diesem Bereich 1mm tiefer als sein Rand, damit dies nicht wieder passiert habe ich mir diese 1mm starken U-Scheiben zurecht geschliffen, mitverzinken lassen und in den Spiegelfuß gelegt. Im Laufe der Jahre bin ich auf Teilemärkten zu zwei neuen Spiegelfüßen mit Stehbolzen gekommen und hätte mir somit zwei alte originale zu recht basteln können, aber dafür hätten die alten Bohrungen zugeschweißt und neue gebohrt werden müssen. Und wer (siehe Bild 1 unten) hängt mir die Feder ein, alle Versuche schlugen bisher fehl, deshalb blieb auch die angerostete Feder (Bild 3) im alten Spiegel an ihrem Platz und wurde nur dick mit Wachs eingestrichen.

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Folgend alles nur Kleinigkeiten, die man bei einer Restauration aber nicht vergessen sollte, wie zum Beispiel diesen Streifen Styropor! Original war da ein Streifen Filz hin geklebt, der dreckig und gammelig sich nur in Fetzen entfernen ließ. Ich rate dazu hier wieder was hinzukleben, denn die Stange der Türentriegelung neigt zu Schwingungen und kann Geräusche machen. Ich habe wieder ein Stück von diesem 4mm dicken gepressten Styropor genommen, ein Streifen von was beliebig anderem geht auch, es sollte aber nichts sein was Feuchtigkeit aufnimmt. Dass der Streifen zur Stange schief sitzt ist kein Pfusch, sondern ist durch die Vertiefung im Blech vorgegeben.

Direkt daneben kann man sehen wie die beiden größten Öffnungen der Türen original verschlossen waren! Nur mit einem Stück braunem Papier, genauso wie auf dem Bild zugeschnitten und von der Türverkleidung beigedrückt, unten steckten sie in der Tür und konnten somit nicht wegrutschen. Bei der ersten kompletten Restauration 1987 habe ich es so vorgefunden, schon etwas gammelig aber noch intakt. Ich hatte die alten als Muster genommen und die neuen genau wieder so zugeschnitten, jetzt aber mit Klebstreifen befestigt. Mehr war da nicht und mehr mache ich nicht, diese wurden 2019 neu angefertigt, hätte die von 1992 aber weiter verwenden können und die zweite große Öffnung unten lasse ich ganz offen. Nach meiner Ansicht ist es nicht notwendig die Tür ganzflächig mit einer Folie zu bekleben und aus der Tür einen Schwitzkasten zu machen. Um die Türen innen und die Türverkleidungen vor Wasser und Schmutz zu schützen ist es viel wichtiger von außen alle Vorkehrungen zu treffen damit möglichst wenig, am besten gar nichts mehr eindringen kann.

Genauso sollte man oben die Blechkanten (siehe ganz oben) mit einem doppelten Gewebeklebstreifen oder ähnlichem schützen, der bewahrt die Kanten vor Lackschäden bei der Montage der lackierten Blechverkleidung, original war da ein kleiner Kantenschutz.

Auch ein Streifen Kit wie man ihn im Bild links vorm Ausstellfenster sieht war ebenso original! Ein Stück Kotflügeldichtmasse oder ähnliches zu einer dünnen Wurst geformt und angedrückt schützt die lackierte Blechverkleidung innen vor Lackschrubbern und Korrosion, da diese sonst auf den beiden Blechschrauben aufliegen würde. Bild 3 noch mal aus einer anderen Perspektive aufgenommen beim zerlegen Anfang Januar 2019.
Wie geschrieben alles nur Kleinigkeiten, waren so original und lassen sich mit geringem Aufwand verwirklichen.

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Die nachgefertigte lackierte Profilleiste für die Türdichtung unten, montiert und mit Dichtung unter Verwendung von viel Wachs, daher das Geschmiere.

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Was mich ärgert ist die Qualität mancher Neuteile, es wird zwar vieles wieder produziert, aber die Qualität von manchen Teilen lässt zu wünschen übrig! Wie zum Beispiel bei diesen Dichtungen für unter die Türgriffe, man hat weder gutes Material genommen, noch hatten Sie die korrekte Form und ich musste sie noch zu recht schnippeln, in der einen Ecke schaute was raus, in der Anderen fehlte was. Während die Originalen viele Jahre ihren Zweck erfüllten sind die beiden Papierchen oben gerade mal zweieinhalb Jahre alt! Man nimmt, so mein Eindruck, irgendwas von einem Fahrzeug von einer anderen Marke mit ähnlichen Griffen und verkauft es für nicht gerade wenige Euros. Ärgerlich, denn Dichtungen unter den Türgriffen wechseln macht man nicht mal so nebenbei! Die Schwarzen, in einer besseren Qualität, habe ich in Ebay gekauft.
Genauso die Fensterdichtungen für oben/hinten, früher waren sie einbaufertig und haben perfekt gepasst, heute muss man den 90° Winkel selbst ausschneiden und, man hat nur einen Versuch.

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Fortsetzung folgt!

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Der Zusammenbau!

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Die Wurzeln der Volvo Car Corporation liegen in dem schwedischen Unternehmen Svenska Kullagerfabriken Aktiebolag (SKF) begründet.

Beim Nachschneiden der Gewinde habe ich entdeckt, dass ich auch einige Gewindewerkzeuge von SKF habe. Hier jeweils der 3. Gang vom 3/8“ und 5/16“ Satz, SKF hat also auch Werkzeuge hergestellt. Bild 2 zeigt das Nachschneiden der 1/4" Gewinde an der Motorhaube!

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Ich rate dazu Gewinde grundsätzlich nachzuschneiden, nicht nur nach dem lackieren, sondern auch beim Überholen von Motoren, Getrieben, Achsen, um Schmutz, Rost und Beschädigungen zu beseitigen. Werkzeugsätze für Zollgewinde mit Windeisen und Schneideisenhaltern findet man schon für um die 40 Euro im Internet in denen die wichtigsten Gewindegrößen unserer Oldies enthalten sind. Das ist kein hochwertiges Werkzeug mit dem Profis arbeiten würden, aber für diese Zwecke vollkommen ausreichend. Meine Gewindewerkzeuge sind ein Sammelsurium von Flohmarktfunden, geschenkten und neu gekauften Werkzeugen.

Die Teile auf den Fotos in diesen Zustand zu versetzen ist keine große Kunst, da muss man nicht mit Mattschwarz aus der Spraydose oder sonstigem rumimprovisieren. Die großen Teile der Türen im ersten Bild und die Teile der Haubenfalle oben und unten kann man als Ganzes in die Verzinkerei gegeben. Alles so gut wie möglich sauber machen und die Gewinde nachschneiden, die Beizlauge macht den Rest, dringt überall ein, macht alles sauber und blank. Eine gute Verzinkerei kontrolliert das und hängt Teile die noch nicht sauber sind noch mal ins Bad, ebenso findet das Zink überall seinen Weg hin. Ich zerlege den Fanghaken der Haube, dabei ist es wichtig dass man ihn ausmisst und eine Skizze macht, sonst gibt es später Probleme beim einstellen und schließen der Motorhaube. Als Anfänger besser nicht zu viel auf einmal Verzinken lassen, lieber nur kleine Partien sonst verzettelt man sich, z.B. nur Karosserie und Anbauteile, Motor und Getriebe, Achsen und Unterboden. Mit der Schieblehre messen wenn z.B. Schrauben mit gleichem Gewinde unterschiedliche Längen haben, dazu Notizen und Fotos machen. Original waren diese Teile auch alle verzinkt, aber das wird wieder nicht ewig halten und so lässt man sie nach 10-15 Jahren wieder behandeln. Viele Teile an meinem Amazon sind schon das zweite, manche schon das dritte mal neu verzinkt.

Die zwei Kreuzschlitzschrauben mit den großen U-Scheiben (Bild 1) halten die hintere Führung der Seitenscheibe.

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Nur eine kleine Verbesserung und sieht schön aus, sind verchromte Türpins! Wer mal das Glück haben sollte einen 164er vom Modelljahr 1972 auf dem Schrott zu finden, sollte sie ausbauen und mitnehmen. Nur der 164er vom Modelljahr 1972 hatte diese Chrompins!

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Und da es die ganze Zeit um die Türen ging, schaut euch mal Bild 1 (groß machen) an. Das Auto in der passenden Höhe auf der Hebebühne und die Tür im richtigen Winkel offen, spiegeln sich die Mitbewohner der Halle im jungfräulichen Lack des Amazon. So nebenbei beim Schrauben entdeckt und mit der Kamera festgehalten!

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Und wer glaubt dass das alles so bleiben wird, der irrt! Die Türstopper frisch lackiert, an ihrem Platz und nach zweijährigem Gebrauch.

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Das wars für dieses Jahr, 2022 gehts weiter und zitiere einen anderen Volvoniac:
„Werd scho wern!“

Fortsetzung folgt!
Editiert am Wed 29. Dec. 2021, 17:16:34 von Börnaut

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Der Zusammenbau!

Wie man die Zierleisten befestigt ohne die originalen Drahtklammern wieder zu verwenden, war schon einige mal Thema hier! Auch wenn es die Dinger wieder neu gibt sollte man nach einer Lackierung diesen Schrott meiden, denn er trägt zu einem großen Teil die Schuld dass unzählige Amazon viel zu früh dem Rost zum Opfer gefallen sind!

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Vermutlich ist es hier und da schon zu kleinen Beschädigungen gekommen als man in der Produktion die Drahtklammern mit Leisten montiert hat. Die Löcher in der Karosserie wurden dann noch innen mit einem Klumpen Dichtmasse verschlossen zu denen die Werker bei einigen noch nicht mal ausreichend Sicht hatten und sich verrenken mussten (Bereich C-Säule und ganz vorne in der Tür) und nur nach Gefühl den Knaster um die Klemmen kneten konnten. Großserienhersteller, und dazu gehörte nun mal auch Volvo, konstruierten damals wie auch heute so, dass das Produkt in der Fertigung möglichst einfach und billig, mit dem geringsten Aufwand und mit so wenig Personal wie möglich, auf Neudeutsch Manpower, gefertigt werden konnte/kann. Auf diese Art Zierleisten zu befestigen war schon sehr einfach und primitiv und vielleicht gab es Anfangs nichts besseres, hätte man aber irgendwann ändern können, denn ab Anfang/Mitte der Sechziger gab es schon bessere Lösungen. Diese Dinger, ich nenne sie Krallen, waren nur galvanisch verzinkt, steckten in den Zierleisten und bekamen Dreck und Salz ab, waren mit der Zeit alle verrostet und gaben diesen an die Karosse weiter. Mein Amazon war als ich ihn das erste mal restaurierte gerade 12 Jahre alt, fast um jedes Zierleistenloch hatte es Rost. Dadurch und weil die Kitklumpen mit der Zeit hart und undicht wurden drang Wasser ein, an- und durchgerostete Schweller, Türen und Radläufe waren/sind die Folge. Bei den zweitürigen Amazon drang über undichte Bohrungen ab der Mitte des Radlaufs und am Seitenteil Wasser ein und lief nach unten in den Schweller. An der höchsten Stelle des Radlaufs gibt es original eine kleine Vertiefung, wenn das Loch das sich genau oberhalb befindet undicht war, stand dort immer Wasser und war die erste Stelle die außen Blasen bekam, so geschehen an meinem Zweitürer. Viertürer waren hier im Vorteil, wenn man sich einen unrestaurierten oder ein Schlachtfahrzeug anschaut haben die Radläufe ab etwa der Mitte nach vorne und die Schweller so gut wie nie Rost, eindringendes Wasser und Rost bekamen dann die hinteren Türen ab. Rost und Durchrostungen in den Ecken wo Radkästen, Seitenteile und Kofferraumboden aufeinander stoßen sind zum größten Teil auch den Undichtigkeiten der Zierleistenbefestigung zu verdanken.

Aber es gibt Alternativen, von den bekannten Teilehändlern, von Teilehändlern die im Internet und auf den großen Teilemärkten solchen Kleinkram verkaufen und von anderen Automobilherstellern. Egal was man nimmt, alles ist besser als die originalen Drahtklammern!

Hier rechts im linken Bild meine erste Lösung! Ich habe vergessen wo ich diese Teile her hatte, sie sind aus Stahl verzinkt und man sieht dass die Verzinkung nicht allzulange gehalten hat. Während der Teil innen, also das Gewinde, durch den Gummi und Dichtmasse geschützt war, ist der Teil außerhalb der Karosserie verrostet. Es wäre nur noch eine Frage der Zeit gewesen bis dieser auch nach innen gedrungen wäre.
Mittig eins von den Originalteilen welche die Zierleisten an den C-Säulen halten, es ist verformt weil sich dort eine Vertiefung befindet und in diese reingezogen wurde. Man sieht dass es damals schon Teile am Amazon gab die die Krallen hätten ersetzen können, diese zu verarbeiten wäre in der Fertigung aber unmöglich gewesen. Man stelle sich vor, in der laufenden Produktion hätte auf jeder Seite ein Monteur die lange Seitenteilleiste auf Position gehalten und zwei weitere Werker stecken innen an sieben (so viel Befestigungspunkte hat die lange Zierleiste) solcher Teile die Gummis und U-Scheiben drauf und ziehen die Muttern bei. Vorstellbar an sehr teuren feinen Autos, aber an einem Großserienprodukt undenkbar! Damals mussten die Werker während das Fertigungsband kontinuierlich lief neben dem Band her laufen und Teile montieren, angehalten wurde nur in Notfällen. Heute stehen sie auf dem Band und fahren mit und keiner muss noch über Kopf arbeiten wenn Bauteile am Unterboden wie z.B. Tank oder Bremsleitungen montiert werden.
Links drei Teile aus Kunststoff die ich irgendwann mal einem Schlachtfahrzeug entnommen habe, auf dem rechten Bild ein Teil von einem anderen Hersteller. Nach solchen Teilen sollte man Ausschau halten!

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Hier die nächste Version/Idee, zwei Millimeter dicke Messingbleche und abgedrehte M6er V2A-Schrauben hart verlötet. Die schmuddelige Optik kommt vom Flussmittel dass zum Löten gebraucht wird, es wird nach dem Löten unter laufendem Wasser abgebürstet, hinterlässt aber diese Spuren. Man hätte sie strahlen können, aber das sieht niemand! Wir wissen dass die Zierleisten am Amazon nicht unbedingt alle auf gleicher Höhe sitzen und wenn dann nach Jahrzehnten noch andere/neue Türen eingebaut wurden stimmt nichts mehr. In alten Prospekten kann man sehen dass es Volvo schon ab Werk mit den Zierleisten nicht so genau nahm. Eine weitere Idee von mir war, und wer genau hinschaut sieht es, dass an den drei Teilen in der linken Ecke die Gewinde außermittig sitzen. Wieviel außer Mitte hatte ich dann noch mit Schlagzahlen gekennzeichnet, zu sehen an dem Teil rechts unten das mit 0,5 gekennzeichnet ist. Aber auch diese Teile waren nur bis zur nächsten Lackierung montiert, denn mit M6er Gewinden waren sie zu dick für die nur unwesentlich größeren Bohrungen in der Karosserie. Beim Montieren musste man sehr gut aufpassen, sonst konnte es vorkommen, dass man mit den zu dicken Gewinden den Lack in den Bohrungen wegschruppte. Daher empfehle ich die Zierleisten für die Seitenteile vorsichtig in Form zu biegen, dem Verlauf der Seitenteile anzupassen. Da sie aus zähem Edelstahl sind erfordert dies einige Zeit und Geduld, erleichtert aber den Anbau!

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Die nächste Verbesserung, wieder 2er Messingbleche mit abgedrehten V2A-Schrauben hart verlötet, aber jetzt mit M4er Gewinde. Auch hier wieder ein Teil außermittig, dies und zusammen mit den M4er Gewinden ergab noch mehr Spielraum um die Leisten von vorne bis hinten auf eine Höhe zu montieren.

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Die nächste Idee wurde gleich wieder verworfen, kam erst gar nicht zum Einsatz! Teile aus grauem und rotem Polyamit (Perlon) aus 30mm Stangenmaterial gedreht und gefräst.

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Aber erst mit dieser Lösung war ich zufrieden, ebenfalls aus Polyamit angefertigt aber mit einem Absatz von 1,5 bzw. 2mm gefräst. Die Zierleisten liegen original fest an der Karosserie an, oben läuft über den feinen Spalt auf ganzer Länge Wasser rein, es sammelt sich Schmutz an und dieser macht die Leisten mit der Zeit unten dicht. Wer sie schon mal an einem unrestaurierten Amazon demontiert hat, konnte sehen wieviel Dreck sich innen angesammelt hatte. Mit diesen Teilen aber sitzen sie, ohne dass es auffallen würde, einen Millimeter weg von der Karosserie und das Wasser kann durchlaufen. In der Mitte und rechts habe ich zum Verständnis mal ein paar Teile in eine Leiste gefädelt!

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Damit nie mehr etwas eindringen kann habe ich für jedes Teil Würstchen geknetet und ums Gewinde gelegt. Dieses wird bei der Montage außen plattgedrückt und setzt dabei die Bohrung in der Karosse zu, ein Teil wird nach innen gedrückt und mit Gummi, großer U-Scheibe und Mutter wird der Rest ebenfalls verteilt. So ist der gesamte Raum um Gewinde und Bohrung in der Karosse von Dichtmasse ausgefüllt und es kann nichts eindringen. So verbaut 1992, ohne jegliche Beschädigung und Rost an der Karosserie 2018 nach 27 Jahren ausgebaut und 2019, nach der letzten Lackierung, wieder verwendet!

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Spare in der Not, dann hast du Zeit dazu  ? Nein, spare in der Zeit so hast du in der Not, lautet das Sprichwort. Oder kaufe und sammele in der Zeit Teile für den Oldie, so hast du in der Not und so ist es schön wenn man was greifen kann. Die durch einen Rempler platt gedrückte Leiste am rechten Kotflügel konnte ich mit einen Griff ins Regal ersetzten. Neue Leisten für die C-Säulen waren ebenso vorrätig, hier wegen der Vertiefung mit etwas dickeren Würstchen und seitlichen Bollen gegens verrutschen.

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Das waren über fast 40 Jahre meine Ideen und Alternativen Zierleisten zu befestigen, es gab lange nichts gescheites und man musste sich was einfallen lassen! Heute gibt es genau solche Teile problemlos zu kaufen, aus Edelstahl mit Gummi, U–Scheibe und Mutter und da kann man in Kurzform das nachlesen was ich hier beschrieben habe.

https://www.buttkereit-onlineshop.de/de/volvo-ersatzteile/schraubklammer-zierleiste-edelst...
Schraubklammer Zierleiste Edelstahl 4-teilig
Schraubklammer zur Befestigung der Zierleisten (anstelle der Draht-Klammer 658850 bzw. 95384)
Die Zierleistenklammer für hochwertige Restaurationen:
- die Lackierung wird nicht beschädigt bei Montage der Zierleiste
- keine Gefahr der Unterrostung
- kein Wassereintritt in das Fahrzeug- die Gummischeibe dichtet das Befestigungsloch ab
- Möglichkeit des horizontalen Ausrichtens bzw. Angleichens der Zierleisten (dies ist mit der originalen Drahtklammer nicht möglich)

Mit 4,60 Euro pro Stück nicht gerade billig, bei 40 Stück für einen zwei türigen Amazon wären das 184 Euro, wenn ich nicht die Möglichkeiten gehabt hätte und heute einen Amazon restaurieren würde, würde ich mich nicht scheuen diese 184 Euro dafür auszugeben!

Fortsetzung folgt!
Editiert am Wed 2. Feb. 2022, 6:51:38 von Börnaut

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Der Zusammenbau!

Ja sehr lange Pause!

Auch wenn man etwas schon einige mal gemacht hat, heißt das nicht dass man vor Fehlern gefeit ist, denn zwischen der letzten Lackierung 2019 und der von 1992 lagen immerhin 27 Jahre und da vergisst man einiges. Es reichen aber auch schon wenige Monate! Ich hatte das linke Ausstellfenster schon eingebaut, um dann festzustellen dass die Seitenscheibe sich so nicht montieren lässt und musste es noch mal ausbauen. Jedes unnütze aus- und wieder einbauen von größeren Teilen birgt die Gefahr von unnötigen Beschädigungen an der neuen Lackierung, also besser die richtige Reihenfolge einhalten.
Nicht nur als Anfänger sollte man beim Zerlegen Fotos machen und ist in der heutigen Zeit mit Digicams und Handys auch kein Problem mehr. Zu meiner Anfängerzeit aber undenkbar oder teuer, Filme kosteten viel Geld und das Entwickeln noch mehr. Es gab und gibt immer wieder Leute die werfen beim Zerlegen eines Autos sämtliche Kleinteile in eine Kiste und so kann man immer wieder mal lesen, suche Teil x oder habe Teil y verlegt oder wie wird Teil z montiert. Bei den Türen wird gerne so vorgegangen, denn alles gibts nur zweimal, was soll da schon passieren? Wenn aber bestimmte Teile von links nach rechts vertauscht wurden, öffne ich diese Amazon innerhalb von wenigen Sekunden! Es gibt an unseren Oldies ganz viele Schraubverbindungen in 1/4“, 5/16“ und 3/8 Zoll, aber in unterschiedlichen Längen und so existieren von 1987 von meiner ersten Restauration noch seitenweise Notizen und die ein oder andere Skizze. Schnell hat man was falsch gemacht, hat zu lange Schrauben wo rein gedreht die an anderer Stelle gebraucht werden oder muss noch mal was ausbauen, weil etwas im Weg ist. Der Platz oben in der Tür ist begrenzt und die Gefahr groß den schönen neuen Lack zu beschädigen, daher die Kanten besser abkleben. Und vergesst dass der Zusammenbau des Autos ohne Blessuren über die Bühne gehen wird! Eine gute Lackiererei gibt dafür ein Gläschen vom angemischten Lack und etwas Härter mit. Rührt erst was an wenn ihr wirklich was braucht, 1-2 ccm in Deckeln von Schraubgläsern die man anschließend wegwirft reichen dafür vollkommen und nehmt hochwertige Pinselchen.

Den Zusammenbau der Türen mit den Zierleisten beginnen und nach und mit den anderen Leisten ausrichten. Dann den Spiegel einbauen, verwendet hierfür möglichst keine Blechschrauben, es gibt problemlos M5er V2A-Linsensenkkopfschrauben mit Kreuzschlitz in Originaloptik, sie rosten nicht und man kann sie von innen verschrauben. Wer Blechtreibschrauben in frisch lackiertes Blech dreht braucht sich nicht zu wundern wenn Jahre später sich Rostblasen unter den Spiegelfußdichtungen zeigen. Als nächstes das Fenster lose unten in die Tür legen und erst dann das Ausstellfenster einbauen. Wenn man die Zierleisten mit Schraubteilen befestigt und den Spiegel wie empfohlen, dann rate ich diese Reihenfolge einzuhalten. Denn alles muss durch die zwei großen Öffnungen in der Tür verschraubt werden, es ist schon unangenehm genug den Unterarm über die Blechkanten zu zwängen, wenn man dann noch um die Führung der Seitenscheibe vorbei fummeln muss, macht man sich das Leben, das Montieren der Teile unnötig schwer. Danach den Türgriff einbauen, ist die Seitenscheibe schon montiert, macht man es sich mit dem Griff wieder unnötig schwer. Danach die Dichtungen montieren und erst dann die Seitenscheibe einsetzen, diese hochschieben, die hintere Führung montieren und alles ausrichten, dann den großen Rest.

Ein weiteres Ärgernis sind die Rückstrahler mit den Blechteilen, den Haltern! Über die Sicken an der Karosserie drang oben über viele Jahre Wasser und Schmutz ein, diese Schmutzpartikel, auch wenn sie sehr fein sind, setzten mit der Zeit unten die Sicke zu. Auch kam es vor dass die Gummikeder um die Gehäuse nicht ganz abdichteten so dass der Fahrtwind bei Regen noch zusätzlich Wasser und Schmutz seitlich reindrückte. Das Ergebnis waren immer rostende Rückstrahler und Halter und wenn der Dichtgummi innen im Kofferraum nicht mehr in Ordnung war, ins Fahrzeug eindringendes Wasser und in der Folge Rost, nicht nur außen an der Karosserie sondern auch innen an den Seitenteilen, dem Heckblech und dem Kofferraumboden. Auch poröse ausgehärtete Rücklichtgummis und die schon ab Werk unzureichende Abdichtung der Reflektoren taten ihr Übriges. Beim Bergen von Ersatzgehäusen auf schwedischen Schrottplätzen in den 80er und 90er Jahren waren die Rückstrahler an der untersten Hälfte immer rostig, manche bis zur Hälfte regelrecht weggerostet oder zerbröselten beim Versuch die Mutter innen im Kofferraum zu lösen, oft stand auch Wasser in den Haltern.

Meine Kamera gibt das leider nicht her sonst könnte ich das kleine dreieckige Loch an der Karosserie und der Dichtung oben zeigen, auch den seitlichen Spalt wieder von wenigen Zehntel Millimeter am rechten Halter, es wird also bei der Wagenwäsche und bei Regen wieder Wasser und Dreck eindringen. Auf dem rechten Bild sieht man den Zustand nach 27 Jahren, wobei die Halter nur galvanisch verzinkt und lackiert sind. Der weiße Rand sind Reste von Politur die man nie restlos aus den Ecken bekommt und wer das Bild groß macht, ganz groß, sieht an den Spuren an der Karosserie das Regenwasser beim Fahren rein gedrückt wurde. Deutlich sieht man auch den Dreck der sich mit den Jahren unter der originalen Kofferraumdichtung angesammelt hat! Heute befindet sich da eine Steckdichtung die es als Meterware gibt.

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Dass kein Wasser eindringt wird sich nie ganz vermeiden lassen, aber dass es abfließen und keinen Schaden anrichtet dafür kann man bei einer Restauration ohne großen Aufwand Vorsorge treffen. Eine erste Maßnahme ist den Keder nicht ganz und dicht um den Halter zu legen, sondern ihn kürzen und unten mittig ca. 10mm offen zu lassen. Ich habe zusätzlich noch eine 5mm große Bohrung angebracht, so kann eindringendes Wasser jederzeit ablaufen und alles austrocknen. Im linken Bild der rechte Halter, ganz deutlich die gleichen Spuren von eindringendem Regenwasser und Dreck wie an der Karosserie, rechts der linke Halter mit ähnlichen Spuren.

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Hier drei Rückstrahler, links einer vom Schrott um den der Besitzer des Amazon sich aber gekümmert hatte, man sieht rotbraune Rostschutzfarbe und unten noch mal graue. Rechts einer nur mit Wachs geschützt nach 27 Jahren am Fahrzeug, mit den geschilderten Maßnahmen damit das Wasser ablaufen konnte und mit einem originalen Dichtgummi. In der Mitte noch ein neuer Rückstrahler, ich empfehle sie vor dem Einbau mit Wachs einzustreichen so dass es in die Bördelung rundum läuft und das noch mindestens einmal zu wiederholen. Daneben noch zwei originale alte Gummis, es gibt keine neuen mehr, deutlich sieht man am linken den Abdruck der ovalen Öffnung in der Karosserie und von Heckblech und Seitenteil.

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Ein Rücklichtgummi nach nur 3 Jahren am Amazon, auch für alte Originalteile, für NOS-Teile ist die Zeit irgendwann abgelaufen. Und wer den Schaden hat braucht für den Spott nicht zu sorgen, bei Treffen bekommt man dann schon mal mit einem breiten Grinsen den Spruch zu hören, „da haste aber gespart, da häste ruhig Neue nehmen können“. NOS-Teile sind auch nicht mehr das was sie mal waren  !

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Fortsetzung folgt!
Editiert am Tue 26. Apr. 2022, 5:20:50 von Börnaut


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